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16.05.2015 Mexiko / Menschenrechte

Druck auf Regierung von Mexiko wegen der Verschwundenen aus Iguala

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat die Regierung aufgefordert, die 43 Verschwundenen weiter zu suchen

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat die Regierung aufgefordert, die 43 Verschwundenen weiter zu suchen

Quelle: cofavic.org

Mexiko-Stadt. Experten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission haben auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt deutlich gemacht, dass die Suche nach den 43 gewaltsam verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa erneut aufgenommen werden soll. Die Suche muss dabei internationalen Standards entsprechen und gemeinsam mit den Angehörigen der Lehramtsstudenten erfolgen. Dazu müssen neue Leitlinien für die Suchaktionen entwickelt werden. Außerdem sollen Angehörige des Militärbataillons in Iguala als Zeugen vernommen werden. Bislang weigert sich das Militär, Dokumente über die Übergriffe gegen Studenten den Gerichten zu übergeben. Auch der Zugang zum Gelände der Militärbasis wird bislang verweigert.

In der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014 sind in Iguala im Bundesstaat Guerrero 43 Studenten gewaltsam verschwunden, sechs Menschen wurden ermordet und mehr als 20 Personen verletzt. Im März hat eine fünfköpfige interdisziplinäre Expertenkommission auf Grundlage eines Abkommens zwischen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission und der mexikanischen Regierung ihre Arbeit aufgenommen. Am Montag, dem 11. Mai, haben die guatemaltekische Juristin Claudia Paz y Paz und der spanische Menschenrechtsexperte Carlos Beristain den dritten Bericht der Expertenkommission vorgestellt.

Neben der Wiederaufnahme der Suche nach den Studenten und der Einleitung von Untersuchungen auf dem Militärgelände in Iguala haben die Experten außerdem empfohlen, die juristischen Untersuchungen wegen gewaltsamen Verschwindenlassens durchzuführen und nicht, wie bislang, wegen anderer Delikte. Des Weiteren sollen alle Untersuchungen und Anklageschriften von einem einzigen Gericht übernommen werden. Derzeit führen sechs verschiedene Gerichte Untersuchungen wegen 13 unterschiedlicher Delikte durch, die alle in einem Zusammenhang zueinander stehen.

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