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Karawane 43 aus Ayotzinapa zieht durch Südamerika

Die Caravana43Suramérica in Rosario, Argentinien

Die Caravana43Suramérica in Rosario, Argentinien

Buenos Aires. Eine Kommission aus drei Eltern der verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa und einem Überlebenden der Polizeiangriffe ist derzeit in Südamerika unterwegs. Die sogenannte Caravana43Suramérica informiert über das Verschwindenlassen der 43 jungen Männer im September 2014 und ersucht um Unterstützung in der Region, damit die mexikanische Regierung in diesem und in weiteren Tausenden Fällen von Verschwundenen im Land ermittelt.

"Wir sind schon sehr viel unterwegs gewesen, und wir werden noch weiter gehen, bis wir unsere und die weiteren Tausenden Verschwundenen finden", bekräftigte Mario González, Vater von César Manuel González Hernández, einer der verschwundenen jungen Männer. González reist zusammen mit seiner Frau Hilda Hernández Rivera sowie mit Hilda Legideño, Mutter des Verschwundenen Jorge Antonio Tizapa Legideño, und mit Francisco Sánchez Nava, Überlebender der Polizeiangriffe vom 26. September 2014, durch Argentinien, Brasilien und Uruguay. Bis zum 13. Juni sind dort Treffen mit Studenten, indigenen Gemeinden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen geplant.

Am 26. Mai ist eine Kundgebung vor der mexikanischen Botschaft in Buenos Aires, Argentinien, vorgesehen.

Dies ist bereits die vierte Karawane, die die Eltern seit dem Verschwindenlassen ihrer Söhne gestartet haben. Bei der ersten Karawane in Mexiko haben sie sich mit zahlreichen Familienangehörigen der geschätzten 26.000 Verschwundenen und mit der Führungsspitze der EZLN (Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung) getroffen. Kurz danach startete die zweite Karawane durch die USA, wo sie große Unterstützung vor allem von den dort lebenden mexikanischen und zentralamerikanischen Migranten erfuhren. Eine weitere ist vor Kurzem aus Europa zurückgekommen.

Die Eltern verlangen nach wie vor, dass die mexikanische Regierung weiter nach ihren Söhnen sucht und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Beteiligung des Militärs am Vorfall müsse ebenfalls untersucht werden. Die sechsköpfige unabhängige Expertenkommission, die vor Ort in dem Fall ermittelt, hatte die mexikanische Regierung darum gebeten, Kontakt mit den Militärs aufzunehmen, um diese über den Fall zu befragen. Das wurde bislang kategorisch abgelehnt. "Das wäre für die Militärs eine Belastung", erklärte Innenminister Osorio Chong unlängst bei einer Pressekonferenz.

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