Panama

Widerstand gegen Bau von Wasserkraftwerk in Panama geht weiter

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Indigene Frauen der Bewegung 10. April (M-10): "Nein zu Barro Blanco".
Indigene Frauen der Bewegung 10. April (M-10): "Nein zu Barro Blanco".

Panama-Stadt. Heute verhandeln die indigenen Ngöbe und Buglé mit der Regierung über das Bauprojekt des Wasserkraftwerks Barro Blanco. Angehörige der indigenen Bewegung M-10 hatten die Panamericana blockiert und die Regierung aufgefordert, das Megaprojekt komplett auszusetzen. Die indigene Bewegung M-22 hat ihrerseits den Arbeitern den Zugang zur Baustelle versperrt. Die Ngöbe und Buglé haben nun die Sperr- und Protestaktionen vorübergehend eingestellt, die sich über knapp zwei Wochen hingezogen hatten.

Der geplante Staudamm würde mindestens 480 Einwohner vertreiben und die Lebensgrundlage von circa 5.000 Menschen der Region zerstören, deren Existenz von der Landwirtschaft und Viehhaltung auf den zu überschwemmenden Ländereien sowie vom Fluss Tabasará abhängt. Für die Durchführung des Projektes sollen keine Konsultationen stattgefunden haben, klagt die Bevölkerung der Region, die sich dem Projekt seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2011 widersetzt.

Finanziert wird Barro Blanco von der deutschen DEG, der niederländischen FMO und der Mittelamerikanischen Bank für Wirtschaftsintegration BCIE. Die Indigenen versichern außerdem, dass die Vizepräsidentin Panamas, Isabel de Saint Malo, und der Abgeordnete und Bruder des Regierungsoberhaupts, Luis Varela, Aktionäre des Unternehmens Genisa sind, das das Wasserkraftwerk baut.

Im Februar begannen Gespräche zwischen der Gemeinschaft der Ngäbe und Buglé, der Regierung sowie Genisa, um mögliche Lösungen des Konflikts zu finden. Da die Aktivisten keine klare Antwort von der Regierung bezüglich der endgültigen Einstellung des Bauprojekts bekamen, brachen sie die Verhandlungen im Mai ab. Anschließend räumten sie Präsident Varela für die unwiderrufliche Aussetzung des Megaprojekts, das jedoch zu 95 Prozent fertig ist, eine Frist bis zum 15. Juni ein.

Momentan sind die Bauarbeiten wegen Umweltverstößen von der Umweltbehörde vorübergehend  unterbrochen worden, bis eine Geldstrafe festgelegt wird. Die Gemeinden der Region verlangen allerdings nach wie vor, dass Barro Blanco definitiv gestoppt wird.

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