Chile

Lehrerstreik in Chile wird fortgesetzt

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Nationale Versammlung der Lehrergewerkschaft CPC.
Nationale Versammlung der Lehrergewerkschaft CPC.

Santiago de Chile. Die nationale Lehrergewerkschaft Chiles (CPC) hat die Fortführung des Streiks angekündigt, den sie am 1. Juni begonnen hatte. Die Entscheidung ist am Mittwoch mit einer Mehrheit von 131 gegen 41 Stimmen und sechs Enthaltungen bei der nationalen Versammlung von Lehrer-Delegierten getroffen worden.

Der Streik richtet sich gegen den Gesetzesentwurf der Regierung "Plan Docente" (amerika21 berichtete). Die Lehrer kritisieren hierbei insbesondere mangelnde Lohnzuwächse und eine im Entwurf vorgesehene ständige Evaluation. Diese hätte eine erhöhte Arbeitsbelastung der Lehrer zur Folge, die einer besseren Unterrichtsqualität entgegenstünde. Gefordert wird zudem die Zentralisierung des Schulsystems, wodurch qualitative Unterschiede von Bildung und von Arbeitsbedingungen ausgeglichen werden sollen.

Als Antwort auf die Forderungen der Lehrer hat die Bildungskommission des Kongresses, deren Vorsitzende die ehemalige studentische Aktivistin Camila Vallejo ist, ein Dokument mit Vorschlägen zur Lösung des Konflikts erstellt. Das Schriftstück ist jeweils auch in den lokalen Lehrerversammlungen diskutiert worden. Die Delegierten dieser Schulen haben daraufhin am Mittwoch bei der nationalen Versammlung die Ergebnisse der lokalen Treffen weitergegeben.

Nach intensiven Debatten, die auf den Entscheidungen der lokalen Versammlungen basierten, beschlossen die CPC-Delegierten, auf der Rücknahme des Gesetzesprojekts der Regierung zu bestehen. "Unser Ziel ist es, ein Lehramt zu haben, das unsere Vorschläge berücksichtigt", betonte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Jaime Gajardo.

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