Bolivien / Soziales

Bolivien baut landesweit neue Krankenhäuser

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Der Vamed-Vertreter, Rodrigo Estefa, und die Gesundheitsministerin nach Unterzeichnung des Vertrages in Villa Tunari. Ebenfalls anwesend: Präsident Evo Morales
Der Vamed-Vertreter, Rodrigo Estefa, und die Gesundheitsministerin nach Unterzeichnung des Vertrages in Villa Tunari. Ebenfalls anwesend: Präsident Evo Morales

La Paz. Die bolivianische Regierung hat mit dem Bau von 46 neuen Krankenhäusern in den neun Verwaltungsbezirken des Landes begonnen. Vor zwei Wochen hatte Präsident Evo Morales die Investition von insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar für die Schaffung dieser Gesundheitszentren angekündigt. Nach der Unterzeichnung des Vertrages mit dem österreichischen Unternehmen Vamed und der Grundsteinlegung für die Klinik in Villa Tunari in Cochabamba wurde am Sonntag der erste Spatenstich getan.

Das Großprojekt soll dazu beitragen, den Mangel an Krankenhäusern und Spezialisten einzudämmen. Aufgrund des Wirtschaftswachstums im Land könne man in diesem Jahr 11,5 Prozent des Haushaltes für die öffentliche Gesundheitsversorgung bereitstellen, sagte Morales. Im Jahr 2017 sollen die ersten Kliniken geöffnet werden, bis 2020 ist die Fertigstellung des gesamten Projektes geplant.

Die Kliniken werden mit Unterkünften für Familienangehörige, einer Betreuung für Kinder der Angestellten und Patienten sowie modernen Laboren und neuester Technologie ausgestattet werden. Für jedes Krankenhaus ist außerdem ein eigener Hubschrauberlandeplatz geplant.

Wie Gesundheitsministerin Ariana Campero ausführte, werden die neuen Einrichtungen alle Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Betreuung haben. Auch sollen weitere Krebszentren neben den bereits bestehenden in Cochabamba und La Paz eröffnet werden. Man plane außerdem, sich verstärkt mit den Ursachen und Folgen der Krankheiten der lokalen Bevölkerung zu befassen.

Parallel zu der laufenden Bauplanung lässt die Regierung an der Lateinamerikanischen Medizinhochschule (ELAM) in Kuba und an Universitäten in Argentinien verstärkt Ärzte für die neuen Krankenhäuser ausbilden. Die ELAM ermöglicht jungen Menschen aus Ländern des globalen Südens ein kostenloses Medizinstudium, um anschließend in ihrem eigenen Land zu arbeiten. In den vergangenen Tagen brachen etwa 100 Bolivianer für eine solche Ausbildungen nach Kuba und Argentinien auf. Dem Gesundheitsministerium zufolge werden sich diese Zahlen in den kommenden Monaten weiter erhöhen.

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