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Marihuana-Anbau in Uruguay beginnt

Kundgebung vor dem Parlament in Montevideo am Tag der Abstimmung über das Legalisierungsgesetz

Kundgebung vor dem Parlament in Montevideo am Tag der Abstimmung über das Legalisierungsgesetz

Quelle: lamarihuana.com

Montevideo. Fast zwei Jahre nach Verabschiedung des Legalisierungsgesetzes hat die Regierung von Uruguay zwei Firmen die Genehmigung zum Anbau von Marihuana erteilt. Die Joint-Venture Unternehmen SIMBIOSYS und ICCORP wurden aus 22 Bewerbern ausgewählt und dürfen nun jeweils bis zu zwei Tonnen Marihuana im Jahr produzieren. Dies teilte der Präsidialsekretär und Vorsitzende der Nationalen Drogenbehörde, Juan Andrés Roballo, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit.

Die Anbaufläche, ein staatliches Grundstück, befindet sich im Verwaltungsbezirk San José, ihre Bewachung obliegt dem Innenministerium. Der Verkauf soll landesweit durch Apotheken geschehen. Konsumenten sollen bis zu zehn Gramm pro Woche kaufen dürfen, der Preis wurde auf 22 Pesos (circa 80 Eurocent) pro Gramm festgelegt. Der THC-Gehalt soll bei höchstens 15 Prozent liegen.

Am 11. Dezember 2013 war in Uruguay das Gesetz zur Regulierung des Marihuana-Verkaufs vom Parlament verabschiedet und im Mai 2014 vom damaligen Präsidenten José Mujica unterzeichnet worden. Seitdem ist jedem Bürger ab 18 Jahren der Kauf von bis zu 40 Gramm im Monat und der Eigenanbau von bis zu sechs Pflanzen erlaubt. Seit Oktober 2014 dürfen Cannabis-Clubs mit bis zu 45 Mitglieder maximal 99 Cannabis-Pflanzen züchten.

Im April dieses Jahres hatte die Regierung Vázquez die Umsetzung der neuen Regelungen zunächst ausgesetzt, um, wie es hieß, die Auswirkungen der Legalisierung erneut zu untersuchen. Vorausgegangen war ein Bericht des Internationalen Kontrollrates für Betäubungsmittel (INCB), in dem Uruguay sowie die US-Staaten Colorado und Washington gewarnt wurden, sie würden mit ihrer Legalisierungspolitik die internationalen Drogenabkommen brechen und den Kampf gegen Drogenhandel negativ beeinflussen. Der INCB überwacht die Einhaltung der internationalen UNO-Drogenkontrollverträge über den Anbau, die Produktion und Verwendung von Drogen.

Roballo kündigte nun an, dass mit dem Verkauf in acht Monaten begonnen werde. Die regulären Konsumenten könnten "ab Mai 2016 Marihuana zu Erholungszwecken kaufen". Roballo betonte, das Legalisierungsgesetz solle vor allem den Konsum regeln und damit eine Politik umsetzen, die "die Gesundheit garantiere und den Schaden begrenze". Parallel zum Anbaubeginn werde die Regierung eine Informationskampagne über die schädlichen Wirkungen des Marihuana-Konsums starten.

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