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EU-Sondergesandter für Friedensprozess in Kolumbien ernannt

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Der irische Politiker Eamon Gilmore ist EU-Beauftragter für den Friedensprozess in Kolumbien
Der irische Politiker Eamon Gilmore ist EU-Beauftragter für den Friedensprozess in Kolumbien

Brüssel. Die Europäische Union hat den früheren irischen Vizeministerpräsidenten Eamon Gilmore zu ihrem Sonderbeauftragten für die Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillabewegung Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) ernannt.

In einem Kommuniqué der EU-Vertreterin für Außen-und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, heißt es, die direkte Beteiligung Gilmores am Friedensprozess in Nordirland mache ihn "zu einem idealen Gesandten und ist ein Signal an die Kolumbianer, dass die EU entschlossen ist, Kolumbien bei seinen Bemühungen zu begleiten, einen der längsten und gewalttätigsten Konflikte der Welt zu beenden". Gilmore habe den Auftrag, sich mit beiden Verhandlungsdelegationen in Verbindung zu setzen und "die EU-Initiativen für den Frieden" zu koordinieren. Seine Teilnahme an den Gesprächen ist nach Mogherinis Auffassung "eine einmalige Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte".

Die deutsche Bundesregierung hatte bereits im April 2015 den grünen Politiker Tom Koenigs, die US-Regierung zwei Monate zuvor Bernard Aronson zum Sonderbeauftragter für den kolumbianischen Friedensprozess ernannt.

Am 18. Oktober 2012 begannen in Oslo die Friedensgespräche zwischen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und den Farc. Sie sollen zu einem Ende des über 50 Jahre andauernden sozialen bewaffneten Konflikts führen, der 220.000 Tote und über fünf Millionen Vertriebene verursacht hat. Norwegen und Kuba fungieren als Garanten, Venezuela und Chile als Begleiter des Friedensprozesses. Seit dem 19. November 2012 werden die Gespräche in der kubanischen Hauptstadt Havanna geführt.

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