Goldmine in Argentinien nimmt den Betrieb trotz Verschmutzung wieder auf

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In der Veladero Mine in San Juan wurde Zyanid-haltige Lösung verschüttet
In der Veladero Mine in San Juan wurde Zyanid-haltige Lösung verschüttet

San Juan, Argentinien. Die kanadische Firma Barrick Gold darf in ihrer Goldmine in Veladero, in der westlichen argentinischen Provinz San Juan wieder den Betrieb aufnehmen. Der zuständige Richter, Pablo Oritja, hat die von ihm angeordnete vorläufige Schließung der Mine Ende September wieder aufgehoben. Umweltverbände kritisieren diese Entscheidung. Eine Untersuchung des Umweltinstituts der Nationalen Universität von Cuyo hat Anfang Oktober eine Auswertung von Bodenproben veröffentlicht, die auf durch die Mine verschmutztes Flusswasser hinweist.

In der Goldmine wurde am 13. September Zyanid-haltige Lösung verschüttet. Richter Oritja ließ die Mine daraufhin am 16. September vorerst schließen, bis die Gründe und die für den Vorfall Verantwortlichen ermittelt würden. Die farblose Flüssigkeit, auch Blausäure genannt, ist hochgiftig, schon geringe Mengen können tödlich sein. Laut einer Meldung der Betreiberfirma Barrick Gold kam es durch ein fehlerhaftes Ventil einer Rohrleitung zu dem Vorfall. Es wurde angenommen, dass die Flüssigkeit über den nördlichen Kanal der Mine in die Region hinausgetragen wurde. Barrick Gold sprach zunächst von 224 Kubikmeter Flüssigkeit, später wurde die Zahl auf 1.072 Kubikmeter korrigiert. Betroffen seien drei nahegelegene Gemeinden.

Laut Richter Oritja ergaben erste Untersuchungen, dass das Zyanid sich in dem Wasser so verdünnt habe, dass es nicht gefährlich sei. Die Auswirkungen des Vorfalls auf die Umwelt wurde von einem von Barrick Gold aus Kanada eingeflogenen Expertenteam sowie von staatlichen Analysten untersucht. Als Folge der Untersuchungen wurde der Betrieb der Mine wieder frei gegeben.

"Uns macht die Verschlossenheit, mit der der Vorfall behandelt wurde, Sorgen", sagte Pía Marchegiani vom Verein für Umwelt und natürliche Ressourcen in Argentinien (FARN), "ebenso die wenigen Informationen, die die Behörden über den Vorfall und über die ergriffenen Maßnahmen zum Risikomanagement herausgegeben haben." Auch Greenpeace lehnte die Entscheidung des Richters ab.

Das Umweltinstitut der Nationalen Universität von Cuyo wies in einem jüngst veröffentlichten Bericht darauf hin, dass die Mine Abwasser-Rückstände in den nahegelegenen Fluss leite. Zudem beinhalte das Flusswasser einen Gehalt an giftigen Metallen, der 1.400 Prozent über den tolerierbaren Werten liege.

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