Basisbewegungen starten Kampagne zur Wahl in Venezuela

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Aktivisten stellen die Kampagne auf dem Plaza Bolívar in Caracas vor
Aktivisten stellen die Kampagne auf dem Plaza Bolívar in Caracas vor

Caracas. Vertreter sozialer Bewegungen in Venezuela haben im Zentrum der Hauptstadt Caracas ihre Kampagne "Jeder Herzschlag zählt" zur Parlamentswahl am 6. Dezember vorgestellt. Mit zahlreichen Videos, Grafiken und Tonaufnahmen werben sie in sozialen Medien um eine "Stimmabgabe für die Revolution". Sie beziehen sich darin auf den im März 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez und seinen Nachfolger, Nicolás Maduro, ohne jedoch Parteien zu nennen. Wichtige Themen in ihren Spots sind unter anderem die "Revolution innerhalb der Revolution" und die gemeinsame Entwicklung gesellschaftlicher Projekte.

An der Erarbeitung waren 21 venezolanische Bewegungen sowie Gruppen aus Bolivien, Argentinien, Brasilien, Peru und Kolumbien beteiligt. Néstor Perlaza, einer der Organisatoren bezeichnete auf der Pressekonferenz am Dienstag die Kampagne als "eine Aufforderung nicht in die Vergangenheit zurückzukehren, sondern voranzugehen, denn die Zukunft sind wir und nur die Revolution bringt den Wandel für uns alle." María Octavia Rossel vom Kollektiv Códigos Libres sagte, der "Aufbau der Volksmacht“ (Poder Popular) sei keine exklusive Aufgabe der staatlichen Institutionen, sondern vielmehr "ein täglicher Kampf und gemeinsame Aufgabe aller". Dafür brauche es mehr Menschen, die sich dem Aufbau der entsprechenden Strukturen wie den kommunalen Räten und ihren lokalen Zusammenschlüssen, den "Comunas" widmeten.

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Logo der Kampagne "Jeder Herzschlag zählt"
Logo der Kampagne "Jeder Herzschlag zählt"

Für den Start ihrer Kampagne wählten die Aktivisten das Datum des 20. Oktober, den dritten Jahrestag des "Golpe de Timón" (Das Steuer herumreißen): In einer programmatischen Rede hatte der damalige Präsident Hugo Chávez auf einer Tagung des Kabinettts im Oktober 2012 die Minister und alle an der "bolivarischen Revolution" Beteiligten dazu aufgerufen, Kritik und Selbstkritik zu üben, die Effizienz zu steigern, die Volksmacht zu stärken und die öffentlichen Medien weiterzuentwickeln.

In wenigen Wochen werden auch die großen Veranstaltungen der politischen Parteien beginnen. Präsident Maduro kündigte für den 8. und den 22. November gemeinsame Wahlkundgebungen der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), ihrer Unterorganisationen sowie dem aus 32 Parteien bestehenden sozialistischen Wahlbündnis Großer Patriotischer Pol an.

Das Bündnis der Oppositionsparteien "Tisch der demokratischen Einheit" (MUD) hat bislang keine Termine für Kundgebungen bekannt gegeben.

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