Guatemala / Politik

Jimmy Morales ist neuer Präsident von Guatemala

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Jimmy Morales nach seinem Wahlsieg am Sonntag
Jimmy Morales nach seinem Wahlsieg am Sonntag

Guatemala-Stadt. In der Stichwahl von Sonntag ist Jimmy Morales von der Partei Nationale Konvergenz/Nationale Bewegung (FCN-Nación) zum Präsidenten von Guatemala für die Legislaturperiode 2016 bis 2020 gewählt worden. 67 Prozent der Wählenden entschieden sich für den politischen Neuling und gaben damit der Partei Nationale Vereinigung der Hoffnung (UNE) und ihrer Präsidentschaftskandidatin Sandra Torres eine deutliche Abfuhr. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent.

Im Parlament jedoch stellt die FCN-Nación mit knapp neun Prozent nur eine Minderheit. Ihre Regierungsfähigkeit ist demnach eingeschränkt und Allianzen zu bilden wird unabdingbar.

In einem ersten Interview in der Wahlnacht erklärte das neu gewählte Staatsoberhaupt: "Ich habe ein Mandat erhalten und das Mandat des Volkes ist der Kampf gegen die Korruption, welche uns aufgezehrt hat."

Die zukünftige Regierung wird unter äußerst schwierigen Voraussetzungen beginnen. Soziale Konflikte, Gewalt und eine chronische Unterernährung bei der Hälfte der guatemaltekischen Kinder prägen das Krisen geschüttelte mittelamerikanische Land. Notwendige Reformen, wie die der staatlichen Institutionen und der Wahlgesetze, wurden seit den Friedensverträgen von 1996 verschleppt. Die Missstände zeigen sich unter anderem im maroden Gesundheitssystem und den klientelistisch organisierten Sozialprogrammen.

Die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú meinte, wenn Morales weiterhin die Politik karikiere, wie er es als Komiker in seiner Figur 'Neto' tat, "wird er ein Komikerpräsident". Wenn er kein gutes Kabinett zusammenstelle, könne die Krise sich weiter vertiefen, "denn die Guatemalteken werden keine weiteren korrupten und Gesetze missachtenden Staatsfunktionäre mehr akzeptieren", so Menchú weiter.

Morales erklärte im Beisein des zukünftigen Vizepräsidenten, Jafet Cabrera, dass er die Zusammensetzung seines Regierungskabinetts in der zweiten oder dritten Dezemberwoche bekannt geben werde. Am 14. Januar 2016 tritt er sein Amt an. Als erste Maßnahmen versprach er Medikamente für die Krankenhäuser, die Bekämpfung der Unternährung, mehr Qualität in der Bildung, Unternehmensförderung und den Kampf gegen die Korruption.

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