Angriff auf staatlichen Energiekonzern in Venezuela

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Sicherheitschef in Táchira, Ramón Cabezas
Sicherheitschef in Táchira, Ramón Cabezas

San Cristóbal, Venezuela. Weniger als einen Monat vor den Parlamentswahlen in Venezuela ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen, der Befürchtungen über gewaltsame Angriffe auf staatliche Institutionen nährt. Rund 80 meist Jugendliche griffen nach Berichten venezolanischer Medien den Sitz des staatlichen Energieunternehmens Corpoelec Táchira in der Stadt San Cristóbal an, berichtete der Leiter der Sicherheitsbehörde in dem Staat, Ramón Cabezas.

Venezuelas Energieminister Luis Motta sagte, dass es sich bei dem Angriff in San Cristóbal um keinen isolierten Akt gehandelt habe. In den vergangenen vier Wochen seien insgesamt 17 Attacken auf die Energieversorgung des Landes registriert worden. Dies sei offenbar Teil einer Strategie von Regierungsgegnern zur Sabotage der bevorstehenden Wahlen.

Der Angriff auf den Unternehmenssitz in San Cristóbal sei "völlig unerwartet" gekommen, so Cabezas. Die Vermummten hätten die Zufahrtsstraßen blockiert und versucht, Mülltonnen anzuzünden. "Im Zuge der gewaltsamen Aktionen drangen rund zehn dieser mutmaßlichen Studenten auf den Firmenparkplatz vor, wo sie versuchten, mit Molotowcocktails ein Firmenfahrzeug in Brand zu setzen", sagte Cabezas. Zudem seien rund 20 Privatautos von Beschäftigten beschädigt worden.

Die Polizei konnte später wieder die Kontrolle über die Zone erlangen, die Feuerwehr löschte Brände. Cabezas, der der Behörde für Bürgersicherheit vorsteht, gab zudem bekannt, dass die Polizei von Táchira und die Nationalpolizei zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Gewalttäter angehalten seien.

Knapp einen Monat vor dem Parlamentswahlen in Venezuela ist die Stimmung in dem südamerikanischen Land angespannt. Vertreter der linksgerichteten Regierung von Präsident Nicolás Maduro warnen davor, dass Teile der Opposition versuchen könnten, das Land zu destabilisieren. Anfang vergangenen Jahres war es zuletzt zu massiven und offenbar gut geplanten Ausschreitungen von Teilen der Opposition gekommen. In Folge dieser Gewalttaten kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben, meist Anhänger der Regierung, Sicherheitskräfte oder Unbeteiligte. 

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