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Inhaftierte Farc-Rebellen in Kolumbien im Hungerstreik

Inhaftierte Farc-Guerilleros im Gefängnis La Picota

Inhaftierte Farc-Guerilleros im Gefängnis La Picota

Quelle: prensarural.org

Bogotá. In Kolumbien sind mehr als 1.500 Gefangene aus den Reihen der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. In einer Mitteilung setzten die Gefangenen der Haftanstalt La Picota in Bogotá die Öffentlichkeit von ihrer Absicht in Kenntnis, den vor mehr als einer Woche in sechzehn Gefängnissen des Landes begonnenen Streik erst zu beenden, wenn die Regierung all jene entlassen hat, deren Gesundheitszustand als kritisch einzuschätzen ist. Sie verstünden diese "humanitären Haftentlassungen" im Rahmen der in Havanna laufenden Friedensverhandlungen zwischen den Farc und der kolumbianischen Regierung als eine Geste des Friedens.

Die Streikenden informierten am vergangenen Sonntag, im Gefängnis La Pictoa habe man den schwer kranken Gefangenen, die teilweise an Kriegsverletzungen leiden, seit mehr als 50 Stunden keine medizinische Versorgung zukommen lassen. "Wir fragen uns, ob es der Wille der Regierung ist, sie ihrer Krankheit zu überlassen, bis sie sterben, so wie sie es in den letzten Jahren dutzendfach getan hat", heißt es in der Mitteilung. Offenbar hatten sie staatliche Stellen zuvor wiederholt erfolglos auf den schlechten Gesundheitszustand einiger Gefangener hingewiesen.

Die Inhaftierten bedanken sich zudem für die ihnen entgegengebrachte Solidarität, auch von Vertretern des Kongresses und Menschenrechtsorganisationen, sowie für die Publikationen über ihre Situation.

In einer Stellungnahme des Generalstabes der Farc vom 14. November fordert die Guerilla indes die Freilassung von 81 kranken Gefangenen, von denen elf in einem extrem schlechten Zustand sind. Ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sei ernsthaft gefährdet. Die Regierung solle die bestehenden rechtlichen Mechanismen für eine Entlassung anwenden. "Wir erwarten eine Geste der Menschlichkeit, des guten Willens und der Hoffnung für die kranken Häftlinge und ihre Familien und wir rufen zur nationalen und internationale Solidarität auf“, heißt es weiter.

Die aktuellen Proteste in den Gefängnissen begannen am 15. Oktober zunächst mit Aktionen des zivilen Ungehorsams von mehr als 1.500 Häftlingen und einem Hungerstreik von 200 politischen Gefangenen.

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