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Alternative Medien in Lateinamerika vernetzen sich

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Medienaktivisten beim Treffen in São Paulo
Medienaktivisten beim Treffen in São Paulo

São Paulo. In Brasilien haben sich Vertreter verschiedener alternativer Medien aus Nord- und Südamerika getroffen, um sich besser zu vernetzen und gemeinsam zu handeln. Als erstes Projekt beschloss die Versammlung Fernseh- und Radiosendungen zu den Wahlen in Venezuela. Angesichts der Medienmacht großer Unternehmen wollen die beteiligten Medienvertreter durch den Zusammenschluss ein größeres Publikum erreichen. In Zukunft sollen der Austausch von Produktionen und Erfahrungen sowie die gemeinsame Weiterbildung zu einer besseren Berichterstattung führen. Ziel ist es, ein Gegengewicht zu den großen Medienunternehmen zu schaffen, die die konservativen Kräfte in Lateinamerika unterstützen.

Neben dem großen Anteil der "Medien von Unten" waren auch öffentlich-rechtliche Medien wie der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur, die spanische Ausgabe von Russia Today (RT) und die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina vertreten. Aus den USA nahm der freie Fernsehsender Democracy Now Teil. Trotz großer Unterschiede stellten die Teilnehmer Gemeinsamkeiten fest. Anlässlich besonderer Vorkommnissen wollen die Medien bei der Berichterstattung kooperieren, um möglicht effizient Nachrichten zu verbreiten.

Inna Afinogenova von RT erläuterte, dass die globalen Medienunternehmen eine große Stärke haben: Sie arbeiten abgestimmt und verbreiten Informationen, die immer wieder wiederholt würden, bis sie zuletzt als einzige Wahrheit erscheinen.

Ab dem 30.November beginnt die gemeinsame Arbeit zu den Wahlen in Venezuela. So sind Radiosendungen mit geladenen Gästen vorgesehen, die über das Wahlsystem, die Medienmanipulation und die Organisation der Basis in Venezuela berichten. Am Tag der Abstimmung werden Informations-Bulletins und eine Sonder-Berichterstattung durch die venezolanischen Medien Alba TV, Ciudad Caracas, Revista Épale, Alba Ciudad und Cuatro-F stattfinden. Alle alternativen Medien sind eingeladen, die Informationen zu veröffentlichen, um eine große Verbreitung zu erreichen.

An dem Treffen nahmen 35 Medienvertreter aus 18 Ländern teil. Initiiert wurde es von der brasilianischen Landlosenbewegung Sin Tierra (MST).

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