Lateinamerikanische Länder zufrieden mit Abkommen über Klimaschutz

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Bei der 21. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig 11.Treffen zum Kyoto-Protokoll 2015 wurde das Pariser Klima-Abkommen beschlossen
Bei der 21. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig 11.Treffen zum Kyoto-Protokoll 2015 wurde das Pariser Klima-Abkommen beschlossen

Paris. Vertreter Lateinamerikas haben sich nach dem einstimmigen Beschluss eines internationalen Klimaabkommens zufrieden gezeigt. Am Samstag hatten sich in der französischen Hauptstadt Paris 195 Staaten auf einen neuen Klimavertrag im Rahmen der Vereinten Nationen geeinigt. Vorausgegangen war ein Tauziehen zwischen den Ländern mit sehr unterschiedlichen Interessen.

Der Umweltminister Ecuadors, Daniel Ortega, wies auf die Abwendung von den Marktmechanismen beim Handel mit CO2-Zertifikaten hin. Dieser sei vor allem im Interesse von industrialisierten Ländern gewesen. Durch diesen Handel hätten sich die reichen Länder Verschmutzungsrechte kaufen können.

René Orellana, Planungsminister für Entwicklung aus Bolivien, wertet die Bezugnahme auf das Prinzip der "Pachamama (Mutter Erde) in dem Vertrag positiv. So soll es eine Plattform geben, die dem Austausch von Erfahrungen, Wissen und Technologien dienen soll, die die indigenen Erfahrungen für die Anpassung und Vermeidung des Klimawandels einbezieht. Auch sieht er Ansätze des Prinzips der Klimagerechtigkeit in dem Vertrag verankert. Zwar seien keine rechtlichen Sanktionen bei Nichteinhaltung der angestrebten Ziele vorgesehen, wohl aber die Anerkennung, dass die industrialisierten Länder zunächst Verantwortlich sind für den Klimawandel und sie deshalb auch einen hohen Beitrag leisten müssen. Diesem Vorschlag nach einer Klima-Gerichtsbarkeit von Seiten Ecuadors und Boliviens wurde nicht entsprochen. Doch ihre Vertreter wollen weiter an diesem Projekt arbeiten. Orellana erläuterte, dass ein Vertrag ohne juristische Folgen wenig effektiv sei. Während der Vertreter Ecuadors erklärte, dass die Zustimmung des Landes trotz offener Fragen gerechtfertigt sei, denn diese Vereinbarung bilde eine Grundlage für die Weiterentwicklung. "Das ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer juristischen Regelung im Rahmen des Abkommens", so Ortega.

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Das Klimaabkommen hat zudem das Ziel, erheblich unter der zwei Grad Erwärmungsgrenze zu bleiben, sogar die Erwärmung auf 1,5 Grad nicht zu überschreiten. Eine Forderung, die vor allem kleine Inselstaaten erhoben hatten.

Ecuador hat den Auftrag bekommen, für 2016 das nächste Treffen des Grünen Klimafonds in Quito zu organisieren. Dieser Fonds bildet die Grundlage für die Verteilung von Mitteln für die Anpassung und Vermeidung des Klimawandels. Ab 2018 ist ein Überprüfungsmechanismus für die Umsetzung der Ziele vorgesehen, der alle fünf Jahre die Ergebnisse der Anstrengungen zur Vermeidung des Anstiegs der globalen Temperatur bewertet.

Das Klimaabkommen tritt in Kraft, wenn bis April 2017 mindestens 56 Länder den Vertrag ratifizieren.

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