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Papst ernennt neuen Erzbischof für Havanna

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Der neue Erzbischof von Havanna, Juan de la Caridad García Rodríguez
Der neue Erzbischof von Havanna, Juan de la Caridad García Rodríguez

Vatikanstadt/Havanna. Der Vatikan hat bekannt gegeben, dass Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des langjährigen und einflussreichen Erzbischofs von Havanna, Jaime Ortega, angenommen hat. Zum Nachfolger wurde der seit 2002 als Erzbischof von Camagüey tätige Juan de la Caridad García Rodríguez ernannt.

Kardinal Ortega, der 1964 das Priesteramt in einer Phase antrat, als die Kirchen in Kuba mit Skepsis behandelt wurden, da sie die früheren US-gestützten Diktaturen wie die von Oberst Fulgencio Batista mittrugen, war ab 1978 Bischof in Pinar del Rio. Im Jahr 1981 wurde er zum Erzbischof von Havanna berufen. Er galt als ein konstruktiver Partner für die schrittweise Annäherung zwischen katholischer Kirche und Regierung. Im Zuge der Besuche der drei letzten Päpste wurden Kirchen restauriert, neue Kirchen gebaut, die Unterstützung aus dem Ausland nahm zu.

Neben seelsorgerischer Arbeit leistete die Kirche seit der sogenannten "Spezialperiode" der 1990er Jahre materielle Versorgung für die Gemeinden und zunehmend auch Bildungs- sowie öffentliche Veranstaltungen zu Katastrophenhilfe. Inzwischen bietet sie auch Unternehmertraining an.

Der Kardinal spielte in Sachen Versöhnung mit Exilkubanern und bei Menschenrechtsfragen eine wesentliche Rolle. Schließlich war er maßgeblich an der geheimen Vorbereitung der offiziellen Kommunikation zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Kuba und den USA beteiligt. Sowohl von konservativen Exilkubanern in den USA als auch von Systemgegnern in Kuba wurde er für seinen engen Dialog und die Zusammenarbeit mit der sozialistischen Regierung kritisiert und teilweise heftig angefeindet.

Sein Nachfolger, Erzbischof García, will nach eigenen Angaben das Werk von Ortega fortsetzen. Der 67-jährige wird als jemand charakterisiert, der still den materiellen und spirituellen Aufbau der katholischen Kirche in Kuba vorangetrieben habe. Auch wird ihm nachgesagt, er halte enge Verbindung zu den Gläubigen. So heißt es in einer Verlautbarung von Papst Franziskus, die vom Ausschuss der kubanischen Bischofskonferenz verbreitet wurde, García sei "ein Schäfer, der den Stallgeruch der Schafe angenommen hat".

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