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24.07.2016 Kuba / USA / Politik

US-Solidaritätskarawane erreicht Kuba

Karawane der "Pastoren für den Frieden" informierte in 57 US-Städten und fordert Ende der Blockade gegen Kuba. Diskussion mit Kongressabgeordneten in Washington
Einer der Schulbusse der Karawane

Einer der Schulbusse der Karawane

Quelle: twitter.com

Havanna. Die diesjährige Solidaritätskarawane der "Pastoren für den Frieden" aus den USA hat ihr geografisches Ziel erreicht: 41 Menschen aus fünf Ländern kamen am 19. Juli in der kubanischen Hauptstadt an. Sie wurden mit Jubel begrüßt, denn die Karawane ist für ihre tatkräftige praktische Solidarität für das sozialistische Kuba überall bekannt.

Gleich am ersten Tag in Havanna ehrte die Karawane am "Antiimperialistischen Platz" vor der US-Botschaft an der Uferstraße Malecon den US-Pastor Lucius Walker. Der  2010 verstorbene Walker war Initiator dieser Solidaritätskarawane, Leiter der Interreligiösen Stiftung für Community-Organisationen (IFCO) und der "Pastoren für den Frieden". Seine Tochter Gail und ihr Team betreiben die Solidaritätsarbeit weiter.

Insgesamt nahmen 41 Menschen aus fünf Ländern teil

Quelle: twitter.com

Die Idee zu solchen Karawanen wurde 1992 durch Walker geboren und umgesetzt. Das Ziel: die US-Blockade und insbesondere die Reisebeschränkungen für US-Bürger nach Kuba zu durchbrechen und überwinden zu helfen. Ein Jahr später nahmen weit über einhundert Bürgerinnen und Bürger aus den USA an der Karawane teil. Die mitgeführten gelben Schulbusse, Transporter und Kleinwagen sowie die zahlreichen Spendengüter sollten unter Verletzung der US-Bestimmungen über Mexiko nach Kuba transportiert werden. In jenem Jahr wurde der Grenzübertritt aus den USA nur durch einen Aufsehen erregenden wochenlangen Hungerstreik an der texanisch-mexikanischen Grenze und durch internationale Unterstützung erzwungen. In dem Dokumentarfilm "Wer hat Angst vor dem kleinen gelben Schulbus?" wurde dies festgehalten.

Die mittlerweile 27. Karawane startete diesmal in drei nördlichen Städten der USA und kam in drei Routen durch 54 Städte, wo jeweils öffentliche Veranstaltungen stattfanden, in denen über die aktuelle Lage in Kuba und die bilateralen Beziehungen zu den USA informiert wurde. Unter dem Motto "Jetzt ist die Zeit" forderten die Karawane-Teilnehmer das Ende der Wirtschaftsblockade, die Aufhebung der Reisebeschränkungen für US-Bürger und die Rückgabe der US-Militärbasis in Guantánamo an Kuba.

Kundgebung vor der US-Botschaft in Mexiko-Stadt

Quelle: twitter.com

Erstmals war es auch zwei Kubanerinnen möglich, mitzuwirken. Einer dritten jedoch wurde von den USA wieder das Visum verweigert.

Während des Stopps in Washington wurden Mitarbeiter von Kongressabgeordneten in ihren Büros aufgesucht, um ihnen Informationsmaterial über Kuba zu überreichen und darüber zu diskutieren. Diese Aktivität war bei der aktuellen Karawane besonderer Schwerpunkt, weil einerseits das Wissen über das Niveau der Entwicklung in Kuba recht gering ist und andererseits die Kongressabgeordneten im Regierungssystem der USA diejenigen Akteure sind, die über weitgehende Verbesserungen der Beziehungen und schließlich über ein Ende der Blockade zu entscheiden haben.

Schließlich trafen sich die Teilnehmer der Karawane in Mexiko-City und besprachen dort mit einer Gruppe mexikanischer Aktivisten den bevorstehenden Aufenthalt in Kuba. Vor allem die lateinamerikanischen Karawanenteilnehmer staunten sehr über die vorgestellten sozialen Verhältnisse in Kuba, die im Vergleich mit ihren Ländern als überaus vorbildlich eingeschätzt wurden. Zugleich fand dort vor der stark abgeschirmten US-Botschaft eine bunte Kundgebung gegen die Blockade statt. Die Karawane wird zehn Tage lang in Kuba an zahlreichen Veranstaltungen mitwirken. Eine drohende Strafzahlung für die US-Bürger bei der Rückkehr in die USA wird als unwahrscheinlich eingeschätzt.

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Einer der Schulbusse der Karawane
Insgesamt nahmen 41 Menschen aus fünf Ländern teil
Kundgebung vor der US-Botschaft in Mexiko-Stadt
Logo der diesjährigen Karawane

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