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Guatemala, Honduras und El Salvador gemeinsam gegen kriminelle Banden

Von links nach rechts: Die Präsidenten Jimmy Morales (Guatemala), Juan Orlando Hernández (Honduras) und Salvador Sánchez Cerén (El Salvador) bei ihrem Treffen am 15. November

Von links nach rechts: Die Präsidenten Jimmy Morales (Guatemala), Juan Orlando Hernández (Honduras) und Salvador Sánchez Cerén (El Salvador) bei ihrem Treffen am 15. November

Ocotepeque, Honduras. Die Präsidenten Juan Orlando Hernández (Honduras), Salvador Sánchez Cerén (El Salvador) und Jimmy Morales (Guatemala) haben sich im honduranischen Ocotepeque getroffen, um eine gemeinsame Polizeieinheit gegen Bandenkriminalität und Drogenhändler einzusetzen. Bereits im August hatten sie diese Maßnahme vereinbart. Die Einheit setzt sich aus Mitgliedern der Polizei, des Militärs, der Geheimdienste sowie der Einwanderungs- und Zollbehörden aller drei Länder zusammen. Die Anzahl der Einsatzkräfte wurde nicht genannt. Die Staatschefs versicherten aber, dass sie über genügend logistische Ressourcen und Kommunikationsmittel verfügen werden. In Ocotepeque in der Region Trifinio treffen sich die Grenzen der drei Länder.

Die gemeinsame Polizeieinheit wird die circa 400 Kilometer Grenzen kontrollieren, um die Migration – insbesondere von Bandenmitgliedern – zu unterbinden und Drogen- und anderen Schmuggel zu verhindern. Ein zentrales Register für Haftbefehle wird eingerichtet, so dass Verdächtige in jedem der Länder verhaftet werden können.

Die honduranischen Behörden schätzen, dass rund 70.000 Bandenmitglieder in der Region aktiv sind. Seit Jahren werden die Länder von einer Welle von Gewalttaten wie Morde, Entführungen und Überfälle heimgesucht. Dies ist auch eine der wesentlichsten Ursachen dafür, dass Tausende Menschen täglich ihre Heimat verlassen und Schutz in einem Nachbarland, einem anderen Landesteil oder in den USA suchen.

Der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, erklärte, dass er seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2014 die Banden sowohl "in der Luft als auch auf dem Boden und auf dem Meer" bekämpfe. Da diese aber die Landesgrenzen überschreiten, sei ein gemeinsames Vorgehen der drei Länder notwendig. In Honduras selbst werden Hochsicherheitsgefängnisse gebaut, damit die Inhaftierten nicht aus den Gefängnissen heraus die organisierte Kriminalität dirigieren können.

Die gemeinsame Polizeieinheit ist Teil des sogenannten Planes Allianz für Wohlstand des nördlichen Dreiecks, (Plan de la Alianza para la Prosperidad del Triángulo Norte) der mit der Unterstützung von Washington dazu dienen soll, die Region aufzubauen und Arbeitsplätze sowie Infrastruktur zu schaffen und die Migration in die USA zurückzudrängen. Die erste Rate von 750 Millionen US-Dollar, die im vergangenen Jahr vom US-Kongress genehmigt wurde, ist nach Angaben des guatemaltekischen Außenministers noch nicht in den Ländern angekommen.

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