Ecuador verlangt Garantie gegen Auslieferung von Julian Assange

Quito/London. Die Regierung von Ecuador hat von Schweden und Großbritannien eine Zusicherung verlangt, dass der Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, nicht an die USA ausgeliefert wird. Assange befindet sich seit vier Jahren als politischer Flüchtling in der ecuadorianischen Botschaft in London.

Der gebürtige Australier hatte sich am 19. Juni 2012 in die Botschaft des südamerikanischen Landes geflüchtet, nachdem ein britisches Gericht über seine Auslieferung nach Schweden entschieden hatte. Die dortige Justiz wirft ihm vor, sich 2010 an zwei Frauen sexuell vergangen zu haben. Der Beschuldigte befürchtet eine Auslieferung an die USA. Dort könnte er vor ein Militärgericht gestellt und unter Umständen zum Tode verurteilt werden, weil er wegen der Veröffentlichung tausender diplomatischer und Geheimdokumente des Militärs über die US-amerikanischen Kriege in Afghanistan und Irak der "Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA" bezichtigt wird.

"Sollten die Verantwortlichen in Schweden wirklich nur mit Julian Assange aufgrund des vermeintlichen Sexualdeliktes zu sprechen beabsichtigen, wäre das in Ordnung, aber es darf nicht zu einer Auslieferung in Drittländer kommen", sagte der ecuadorianische Außenminister Guillaume Long dazu im Interview mit dem Internetportal Ecuadorinmediato.

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"Der Gründer von Wikileaks wird sich der schwedischen Justiz stellen, sofern keine Auslieferung erfolgt und der Fall keinen Manipulationsversuch darstellt, um die Auslieferung von Assange in ein Drittland zu erwirken. Dies ist seit jeher die Position Ecuadors gewesen", bekräftigte Long. Er betonte zugleich, dass der Asylantrag von Assange aus dem Jahr 2012 Bestand habe und Ecuador den Schutz des Aktivisten weiterhin garantiere.

Vergangene Woche wurde Assange zur Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs von schwedischen Staatsanwälten in den Räumen der Botschaft befragt.

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