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Beobachergruppe besucht Grenzgebiet zwischen Guatemala und Mexiko

Wandbild im “72”, einem Unterkunft für Migranten in Tenosique, Tabasco, Mexiko

Wandbild im “72”, einem Unterkunft für Migranten in Tenosique, Tabasco, Mexiko

Quelle: Sipaz

Guatemala-Stadt. Eine internationale Beobachtungsmission von Menschenrechtsaktivisten hat nach einem Besuch der Grenzregion zwischen Guatemala und Mexiko eine "schwere Menschenrechtskrise" konstatiert. Ziel war nach eigenen Angaben, die bekannten Menschenrechtsverletzungen in dem Gebiet zu dokumentieren und öffentlich zu machen. Die Mission bestand aus 24 Aktivisten aus Kolumbien, El Salvador, Ecuador, Spanien, den USA, Mexiko und Kanada sowie aus mehr als 30 Personen, die zu den Mitgliedsorganisationen des Koordinationsrates Grenze, Migration und Geschlecht (MTMG) gehören.

Die Nichtregierungsorganisationen teilten sich in zwei Routen auf, beide starteten in Guatemala-Stadt an und endeten am 16. November gemeinsam in San Cristóbal de las Casas im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas.

Die Beobachter hatten die Gelegenheit, insgesamt 70 Organisationen und Kollektive zu besuchen. Dadurch konnten sie sich sowohl über die Probleme, wie auch über unterschiedliche Formen des Widerstands informieren.

Die Delegation interviewte nach eigenen Angaben mehr als 1.600 Menschen, die von Enteignungen, von Gewalt gegenüber Migranten und Flüchtlingen sowie von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Die Aussagen der befragten Menschen zeigten, dass es "in dieser Region eine schwere Krise in Bezug auf Menschenrecht gibt", heißt es in dem Bericht.

Die internationale Beobachtermission stellte auch fest, dass seit 2012 die Anzahl der Zentralamerikaner, die an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko ankommen, kontinuierlich angestiegen ist. Zugleich hat die Zahl der Frauen zugenommen, ihr Anteil macht fast 20 Prozent aus. Die Mehrheit der Migranten stammt aus Guatemala, Honduras und El Salvador, es halten sich jedoch auch Geflüchtete aus anderen Kontinenten, etwa dem Kongo, in dieser Region auf.

Die Menschenrechtsaktivisten beobachteten zudem, dass in Folge von Energieprojekten, Bergbau, Lebensmittelindustrie, Tourismus und Infrastruktur "die Plünderung der Gebiete zunehme" und Dorfbewohner ihre Häuser verlassen müssten. Das Ökosystem werde gestört, landwirtschaftliche Böden und Wasserquellen verschmutzt. Dies führe zu Gesundheitsschäden und habe gravierende Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Bauern und indigenen Gemeinschaften.

Sie konstatierten ein "Muster der Kriminalisierung, Verfolgung und Unterdrückung der Migranten und Menschenrechtsverteidiger", was den Entzug der Freiheit und manchmal sogar ihren Tod bedeute.

Die Mission wurde nach Angaben der Teilnehmer auf beiden Routen und in beiden Ländern von Sicherheitskräften beobachtet und an einigen Orten angehalten und befragt.

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