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24.07.2016 Mittelamerika / Soziales

Zahl der Geflüchteten aus Zentralamerika um 42 Prozent gestiegen

Über die grüne Grenze zwischen Guatemala und Mexiko fliehen viele Menschen

Über die grüne Grenze zwischen Guatemala und Mexiko fliehen viele Menschen

Quelle: Kathrin Zeiske

Genf. Das Büro des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) hat über steigende Flüchtlingszahlen in Zentralamerika informiert. Insgesamt haben 109.800 Menschen aus El Salvador, Guatemala und Honduras im Jahr 2015 Asyl beantragt. Dies bedeutet einen Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und es sind fünf mal so viele, wie noch drei Jahre zuvor. Momentan suchen drei von vier Antragsstellern Schutz in den USA, aber auch die Zahl der Antragssteller in Mexiko, Costa Rica, Nicaragua und anderen lateinamerikanischen Ländern erhöht sich.

Die Fluchtursachen lägen besonders in der länderübergreifenden organisierten Kriminalität, so der UNHCR. Gestiegen sind beispielsweise die Rate der begangenen Morde und auch andere Folgen der organisierten Kriminalität, wie die Rekrutierung Minderjähriger, Morde an Kindern, zunehmende sexuelle Gewalt oder Drogenhandel. Ungenügender Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie die ökonomische Situation sind weitere Faktoren, die Menschen dazu bringen ihr Land zu verlassen.

Wegen dieser Entwicklung kamen am 6. und 7. Juli in der Hauptstadt von Costa Rica, San José, Vertreter des UNHCR und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu einem "Runden Tisch" zusammen, um über Maßnahmen zu beraten. Es ging vor allem darum, die Situation der schutzbedürftigen Flüchtlinge, auch auf institutioneller Ebene, länderübergreifend zu verbessern. Dies war die erste Zusammenkunft dieser Art. Im September soll das Gipfeltreffen "Antworten auf die große Migrations- und Flüchtlingsbewegung" stattfinden.

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