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17.01.2017 Kolumbien / Politik

Piedad Córdoba will Präsidentin von Kolumbien werden

Piedad Córdoba, Präsidentschaftskandidatin in spe für Kolumbien

Piedad Córdoba, Präsidentschaftskandidatin in spe für Kolumbien, am Grab des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro in Santiago de Cuba

Havanna/Bogotá. Die Politikerin und Friedensaktivistin Piedad Córdoba will bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018 in Kolumbien kandidieren. Dies gab die Sprecherin der linken Basisorganisation Marcha Patriótica bei einem Besuch in Kuba vor wenigen Tagen bekannt. Der Schritt sei nicht nur für sie persönlich von großer Bedeutung. Kolumbien erlebe "mit dem Beginn des sehr wichtigen und schwierigen Prozesses, dem Aufbau des Friedens mit sozialer Gerechtigkeit" einen entscheidenden Moment in seiner Geschichte.

Córdoba hatte für die Liberale Partei von 1994 bis 2010 einen Sitz im Senat inne und setzte sich stets für Friedensverhandlungen mit den Guerillaorganisationen Kolumbiens ein. International bekannt wurde sie durch ihre Vermittlung für die Freilassung von mehr als 30 Gefangenen der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) in den Jahren 2007 und 2008. Die Aktivistin und ihre Familie wurden mehrfach mit dem Tod bedroht und mussten  Kolumbien zeitweise verlassen.

Im September 2010 wurde sie ihres Amtes enthoben, zudem wurde ihr für 14 Jahre das passive Wahlrecht aberkannt. Der damalige Staatsanwalt für Verwaltungsrecht, Alejandro Ordóñez, beschuldigte Córdoba enger Kontakte mit den Farc. Zudem warf er ihr vor, die Wahlkampagne des Politikers Ricardo Antonio Montenegro Vásquez unterstützt zu haben. Beide Suspendierungen wurden im vergangenen Jahr wegen mangelnder Beweise gerichtlich aufgehoben.

Ihre Entscheidung zur Kandidatur gab die 61-jährige Politikerin am vergangenen Samstag auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba am Grab des im November vergangenen Jahres verstorbenen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro bekannt. Sie wolle damit zum Ausdruck bringen, "dass wir deinem Beispiel folgen und an dein Vermächtnis glauben", so Córdoba. Zudem brauche sie "seine Unterstützung, damit ich die Kraft und den Widerstand für eine Aufgabe aufbringe, die sehr schwierig sein wird".

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