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30.01.2017 Mexiko / Menschenrechte

Überreste von Verschwundenen in Massengrab in Mexiko entdeckt

Auf diesem Landgut in Mexiko wurde das Massengrab entdeckt

Auf diesem Landgut wurde das Massengrab entdeckt. Fundenl-Aktivistin am Zaun der Finca zweier Führer des Los Zetas-Drogenkartells

Quelle: fundenl.org

García, Mexiko. In einem Massengrab in der Gemeinde García im mexikanischen Bundesstaat Nuevo Leon werden die Leichen von über 70 Verschwundenen vermutet.

Während der Fund des Grabes bereits ein Jahr zurück liegt, gelangten erst jetzt nähere Informationen an die Öffentlichkeit. Die zivilgesellschaftliche Organisation FUNDENL, die sich dem Auffinden der in Nuevo Leon Verschwundenen widmet, gab an, dass die Überreste von mindestens 70 zwischen 2009 und 2010 verschwundene Menschen gefunden wurden. 25 von ihnen konnten bereits anhand ihrer DNA identifiziert werden, bei den übrigen steht dies noch aus.

Wie die Staatsanwaltschaft informierte, handelt es sich um ein zum Vernichtungslager umfunktioniertes Landgut des Drogenkartells Los Zetas. Mitglieder des Kartells sollen die Menschen ermordet, verbrannt und verscharrt haben. Die beiden mittlerweile verstorbenen Anführer der Zetas, Fernando Rodríguez Hernández und Óscar Manuel Bernal Soriano, hätten die abgelegene Finca 2009 und 2010 zur Ermordung und zum Verschwindenlassen Dutzender Menschen genutzt. Die Zahl der dort Begrabenen könne auch noch höher sein, ergänzte die Nichtregierungsorganisation.

Das massenhafte Verschwinden fiel in die Amtszeit des damaligen Bürgermeisters Jaime Rodríguez Calderón, dem aktuellen Gouverneur von Nuevo Leon.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, man habe alle Informationen zu den seit Monaten andauernden Untersuchungen unter Verschluss gehalten. Erst im Zuge der Übergabe der Überreste der Identifizierten an ihre Familien seien diese an die Öffentlichkeit gelangt. Gefunden wurden demnach auch die Leichen eines Bodyguards des Politikers Camilo Cantú sowie von zwei Brüdern des Komikers Aldo Show, die im Juli 2010 verschwunden waren.

Das Internetportal Revolución 3.0 zitiert einen Informanten, der angab, die Behörden hätten schon im Jahr 2010 mehrfach vergeblich versucht, das Landgut zu finden. Im September 2015 war in Salinas Victoria nördlich von Monterrey bereits ein Massengrab mit 31.000 Knochenresten gefunden worden.

Wie amerika21 berichtete, gelten in Mexiko über 27.000 Personen als vermisst oder verschwunden, die meisten davon in Nord- und Zentralmexiko. Im ganzen Land haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen formiert, die auf eigene Faust nach Angehörigen und Freunden suchen.

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