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Lateinamerikanische Einwanderer verlassen Spanien und kehren zurück

Migrantion in beide Richtungen zwischen Lateinamerika und Spanien

Migrantion in beide Richtungen zwischen Lateinamerika und Spanien

Quelle: cubadebate.cu

Madrid. Das staatliche Statistikinstitut Spaniens hat eine Untersuchung über die Rückwanderungswelle von Lateinamerikanern in ihre Ursprungsländer veröffentlicht.

In den vergangenen Jahrzehnten ist Spanien der Hauptzielort für Migranten aus Lateinamerika gewesen, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen flüchteten. Seit 2009 kehren viele zurück. Demnach steigt die Zahl derjenigen, die die iberische Halbinsel wieder verlassen, jährlich. So wuchs die Ziffer im Jahr 2016 erneut um 4,4 Prozent auf über 100.000 Menschen an. Davon besaßen 66,7 Prozent eine doppelte Staatsbürgerschaft, die nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Spanien erteilt wird.

María Almena, Mitglied des spanischen Auswandererkollektivs "Marea Granate", meint: "Es ist immer eine Tragödie, wenn die Menschen keine andere Perspektive mehr haben, als alles hinter sich zurückzulassen". Die Zahlen des spanischen Amtes für Statistik verdeutlichten, dass hinter der neuen Auswanderungswelle aus Spanien die wachsende Armut und die Chancenlosigkeit in diesem Land stünden.

Auch die Rückkehr zur Demokratie, die sozialen Verbesserungen und Modernisierungsprozesse sowie die damit verbundenen verbesserten Lebensumstände unter den progressiven Regierungen in Lateinamerika haben tausende Menschen zu einer Rückkehr in ihre Geburtsländer bewegt. In mehreren Ländern gibt es Sozialprogramme, die die Wiedereingliederung der Heimkehrer erleichtern sollen und sie bei der Arbeits- und Wohnungssuche unterstützen.

Hingegen beträgt die Zahl der im Ausland lebenden Spanier Anfang 2017 fast zweieinhalb Millionen. Ein Bericht der Organisation für internationale Migrationen (OIM) zeigt auf, dass seit Anfang 2010 mehr Spanier nach Lateinamerika und in die Karibik auswanderten als Einwanderer aus Lateinamerika nach Spanien kamen. Venezuela ist das Land mit der drittgrößten Anzahl von Spaniern weltweit. In Ecuador stieg die spanische Einwanderung in den letzten zehn Jahren um 8,7 Prozent, die höchste Zahl in der Region. Die Statistiken widerlegen die europäische Sicht von der einseitigen Flüchtlingswelle und zeigen, dass verbesserte Existenzbedingungen in den Heimatländern zur Rückkehr motivieren.

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