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Uruguays Ex-Präsident Mujica plädiert für gemeinschaftliches Landeigentum

Die 2. Nationaln Messe für Agrarreformen der brasilianischen Landlosenbewegung (MST) fand vom 4. bis 7. Mai in São Paulo statt

Die 2. Nationaln Messe für Agrarreformen der brasilianischen Landlosenbewegung (MST) fand vom 4. bis 7. Mai in São Paulo statt

Quelle: mst.org.br

São Paulo. Während der 2. Nationalen Konferenz für Agrarreformen der brasilianischen Landlosenbewegung (MST) hat der ehemalige uruguayische Präsident José Mujica (2010-2015) sich dafür ausgesprochen, das Eigentum an Land wieder in die Hände der kleinbäuerlichen Landbevölkerung zu legen und nicht Privatunternehmen zu überlassen. Damit greift er die zentrale Forderung des mexikanischen Revolutionärs Emiliano Zapata zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, das Land müsse denen gehören, die es bearbeiten. Diese Forderung haben sich seitdem viele lateinamerikanische Bauern- und Indígenaorganisationen zu eigen gemacht, die sich für eine gerechtere Verteilung des produktiven Agrarlandes einsetzen. Das Recht auf Zugang zu Land ist auch von den Vereinten Nationen anerkannt, um das Menschenrecht, sich in Würde zu ernähren, zu verwirklichen

Mujica wies darauf hin, dass "die Erde nicht uns Menschen gehört, sondern wir der Erde gehören", und verurteilte das Privateigentum an Land. Die Demokratisierung des Landzugangs sei ein Instrument der Befreiung und gerechterer Einkommenschancen. Er rief die Teilnehmenden dazu auf, "für die Macht des Volkes und die Zivilisation" zu kämpfen. Das Land müsse "mit Leidenschaft, Herz und Seele und nicht nur aus kommerziellem Interesse bebaut werden".

Die Veranstaltung vom 4. bis 7. Mai diente auch als kultureller Austausch zwischen Bauern und gesellschaftlichen Organisationen aus nahezu allen 26 brasilianischen Bundesstaaten. Herzstück war ein zentraler Marktplatz, auf dem regionaltypische Ackerkulturen und Saatgut dargeboten wurden. Bei dem Treffen unter dem Motto "Gesunde Ernährung als Recht aller Menschen" debattierten die über 5.000 Teilnehmenden über Ernährungssouveränität und Agrarökologie als zukunftsweisende Ansätze. Sie verurteilten die wachsende Macht von Agrarkonzernen und deren Profitinteresse am Einsatz von Gentechnik, Pestiziden und patentiertem Saatgut.

Neben Mujica nahm auch Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei (PT) teil, der 2003 mit großer Unterstützung sozialer Bewegungen wie der MST gewählt worden war. Während seiner achtjährigen Amtszeit wurde jedoch immer wieder Kritik an seinem Regierungskurs laut, der viel auf Großprojekte sowie auf die Förderung der Großfarmer für den vermehrten Anbau von Produkten, die nur für den Export erzeugt werden und nicht der Selbstversorgung der Bauern und des Landes dienen.

Mujica solidarisierte sich mit dem Kampf der Landlosenbewegung für die Agrarreform. Angesichts der drohenden Demontage sozialer Errungenschaften aus über 13 Jahren PT-Regierung durch den konservativen De-Facto Präsidenten Michel Temer ermutigte Mujica die brasilianische Zivilgesellschaft, sich weiter gegen "den Raubbau an Natur und Sozialpolitiken" einzusetzen. Gemeinsam riefen Mujica und Lula die lateinamerikanische Bevölkerung dazu auf, sich für einen progressiven politischen Kurswechsel stark zu machen.

Die erste Nationale Konferenz für Agrarreformen hatte die MST im Oktober 2015 ebenfalls in São Paulo organisiert.

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