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Bolivien erkennt eigens ausgebildete indigene Pressevertreter an

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Indigene Universität "Unibol Aimara Tupac Katari" in Bolivien
Indigene Universität "Unibol Aimara Tupac Katari" in Bolivien

Sucre. Das Bildungsministerium in Bolivien hat zum ersten Mal den Abschluss in indigener Kommunikation und audiovisueller Produktion offiziell anerkannt. Damit soll einen weiteren Beitrag zu der Dekolonisierung der Medien geleistet werden. Die 24 Absolventen der Universität "Unibol Aimara Tupac Katari" stammen aus den größten indigenen Gruppen Boliviens, den Aimara und Quechua, sowie aus den ethnischen Minderheiten der Chiquitano, Guarayo, Cayubabo und Mojeño.

In seiner Rede während der Abschlussfeier begrüßte der frisch graduierte Korrespondent Nicolás Ipamo, ein Angehöriger der Chiquitano-Volksgruppe aus der Region Santa Cruz, die Herausforderung, audiovisuelle Kommunikation in einer dekolonisierenden und antipatriarchalischen Weise auszuüben. Die "ideologische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Dekolonisierung des Landes" ist eines der Hauptziele der "Indigenen Universität Boliviens" (Unibol), die in 2008 von Präsident Evo Morales per Dekret gegründet wurde. Die Hochschule bietet Ausbildungen, Bachelor- und Master-Studiengänge wie Landwirtschaft und Textilingenieurswesen in den indigenen Sprachen Aymara, Quechua und Guaraní an. Die Hochschulzentren in Warisata (La Paz), Chimore (Cochabamba) und Kuruyuqui (Chuquisaca) werden mit 336 Millionen Bolivianos (rund 42 Millionen Euro) aus dem indigenen Fonds der Steuer für fossile Brennstoffe finanziert.

Die Förderung der indigenen Autonomie ist eine der Hauptkomponenten des strukturellen Wandels, den das Land seit der Wahl von Evo Morales zum Präsidenten im Jahr 2006 erlebt hat. Die neue Verfassung von 2009, die mit einem Referendum angenommen wurde, definiert Bolivien als einen plurinationalen, einheitlichen, gemeinschaftlichen und autonome Staat. Für Evo Morales leitete die neue Konstitution eine demokratische, kulturelle Revolution ein und markierte somit eine Neugründung des Staates. 

Bolivien hat 2016 mit 4,3 Prozent weiterhin das höchste Wirtschaftswachstum Südamerikas aufgewiesen. Dem Internationalen Währungsfond zufolge, soll sie in diesem Jahr weitere vier Prozent wachsen.

Trotz der relativen politischen und wirtschaftlichen Stabilität hat die Bevölkerung im vergangen Februar gegen die Möglichkeit einer weiteren Amtszeit von Morales gestimmt. Obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten erlaubt, hat sich Morales schon dreimal als Präsident Boliviens wählen lassen und überlegt erneut für die Wahlen von 2020 zu kandidieren.

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