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16.07.2017 Ecuador / Menschenrechte

Lenín Moreno in Ecuador kündigt Kampf gegen genderspezifische Gewalt an

Moreno spricht sich während des Treffens mit einem Frauenkollektiv für die Bekämpfung genderspezifischer Gewalt aus

Moreno spricht sich während des Treffens mit einem Frauenkollektiv für die Bekämpfung genderspezifischer Gewalt aus

Quelle: twitter.com

Quito. Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat einen "Kreuzzug" gegen geschlechtsspezifische Gewalt angekündigt. Hintergrund ist ein starker Anstieg der Morde an Frauen in den vergangenen Jahren. So wurden 2016 in Ecuador 73 Feminizide registriert. Im ersten Halbjahr 2017 waren es bereits 76, eine Verdopplung der Vorjahreszahl.

"Wir werden einen intensiven Kreuzzug starten für das Recht der Frauen, zu entscheiden. Der Mann soll nicht glauben, dass er mit mehr Rechten geboren wurde als die Frau", sagte er bei einem Treffen mit einem Frauenkollektiv, das eine Kampagne gegen häusliche Gewalt führt. Ebenfalls anwesend war Morenos Ehefrau Rocío Gonzalez, die erklärte, dass das Regierungsprogramm "Toda una Vida" ("Ein ganzes Leben“") auf eine Gesellschaft ohne genderspezifische Gewalt hinarbeite.

"Unsere Mission ist ein ganzes Leben ohne Gewalt. Wir haben uns vorgenommen, Kommunen zu errichten, die frei von Gewalt sind. Wir müssen uns für eine nicht sexistische Bildung einsetzen", führte Rocío Gonzalez aus. Außerdem werde man gemeinschaftliche Räume für die Unterstützung und Begleitung von Frauen eröffnen.

Moreno sagte, die sexistische Irrationalität führe dazu, dass Leben zerstört würden. "Es muss Schluss sein mit den Toten, mit den Vergewaltigungen, mit der sexuellen Belästigung, den Beleidigungen." Es sei von großer Dringlichkeit, die Gewalt auszurotten, "aus den Straßen, den Haushalten und den Köpfen der Ecuadorianer", so das im Frühjahr gewählte Staatsoberhaupt.

Justizministerin Roxana Alvarado versicherte, der Kampf gegen die Gewalt gegen Frauen sei eine Priorität für die neue Regierung. "Der Staat hat eine wichtige Rolle in diesem Kampf, aber wir müssen die ganze Gesellschaft einbeziehen", sagte sie.

Gewalt gegen Frauen und sexuelle Minderheiten ist ein weit verbreitetes Problem in Lateinamerika. In El Salvador wurde laut einer Studie der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften (Flasco) in Lateinamerika die weltweit höchste Mordrate an Frauen verzeichnet, gefolgt von Kolumbien, Guatemala, Russland, Brasilien und Mexiko. Die argentinische Kampagne gegen sexuelle Gewalt #NiUnaMenos ("Nicht eine weniger") hat seit 2015 in vielen Ländern der Region tausende Menschen auf die Straße gebracht.

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