Anhaltende Proteste von Kleinbauern für Schuldenerlass in Paraguay

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25.000 Kleinbauern in Paraguay sind hoch verschuldet
25.000 Kleinbauern in Paraguay sind hoch verschuldet

Asunción. Hunderte Kleinbauern in Paraguay haben für einen Schuldenerlass für rund 25.000 verschuldete Bauern demonstriert. Diese Forderung besteht seit Jahren, weshalb im April 2016 diesbezüglich ein Kompromiss vereinbart wurde, wonach kleine, landwirtschaftliche Produzenten zehn Jahre Zeit zur Tilgung ihrer Schulden haben. Doch laut den Kleinbauernverbänden soll dies nur bei weniger als zwei Prozent durchgeführt worden sein.

Daher versammelten sich am vergangenen Dienstag hunderte Kleinbauern in der Hauptstadt, um die Regierung an ihre Versprechen zu erinnern. "Das letzte Mal waren wir 23 Tage in Asunción, jetzt bleiben wir auf unbestimmte Zeit", so Marciano Jara, Mitglied der Coordinadora Nacional Intersectorial (CNI), ein Zusammenschluss von 17 bäuerlichen Organisationen. Sollte die Regierung die Forderungen der Bauern abermals auf die lange Bank schieben wollen, kündigten die Verantwortlichen des Protestes an, dass im Laufe der Zeit immer mehr Demonstranten in die Hauptstadt kommen würden, um den Druck auf die Behörden zu erhöhen.

Paraguay ist eines der Länder mit der höchsten Landkonzentration weltweit. 2,6 Prozent der Großgrundbesitzer kontrollieren 85,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Traditionelle Landwirtschaft wurde durch Sojamonokulturen verdrängt. 900.000 Kleinbauern haben nach Schätzungen der vom kirchlichen Hilfswerk Misereor unterstützten Forschungseinrichtung Base im vergangenen Jahrzehnt ihr Land verloren.

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