Kubas Hilfe für die Opfer von Tschernobyl

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Kubas Revolutionsführer Fidel Castro begrüßt Kinder aus der Ukraine am Flughafen von Havanna (1990)
Kubas Revolutionsführer Fidel Castro begrüßt Kinder aus der Ukraine am Flughafen von Havanna (1990)

Havanna. Seit dem Unfall im Kernkraftwerk von Tschernobyl in der Ukraine im Jahr 1986 haben Mediziner aus Kuba in einem Kinderhilfsprojekt über 26.000 Opfer der Nuklearkatastrophe behandelt. Dies berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina unter Berufung auf eine in der wissenschaftlichen Datenbank SciELO veröffentlichte Studie. Nach Angaben des am 1. August veröffentlichten Berichts kamen dabei rund 84 Prozent der behandelten Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine sowie aus Russland und Weißrussland.

Das Hilfsprogramm startete im Jahr 1990, nur ein Jahr später wurden bereits 1.415 Patienten behandelt. Alleine in den ersten fünf Jahren des Programms wurden jährlich über 1.000 Kinder kostenlos therapiert. Die meisten der jungen Patienten waren zwischen zehn und 14 Jahre alt.

Die kubanische Regierung rief das Programm ins Leben, um besonders einkommensschwachen Familien, die sich eine Therapie in ihrer Heimat nicht leisten konnten, zu unterstützen. Ziel war es, eine spezialisierte Behandlung gegen die Spätfolgen des nuklearen Unfalls in einem adäquaten Umfeld mit einem Heilungsplan zur Rehabilitation sowie ganzheitlichen Maßnahmen zur Genesung der Patienten zu ermöglichen. Speziell wurden Beschwerden des zentralen Nervensystems, des Sehvermögens oder des Verdauungstrakts behandelt.

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Zentrum der Hilfsmaßnahme war ein speziell für Strahlenopfer entwickeltes Kinderlager am Strand von Tarará, östlich der kubanischen Hauptstadt Havanna. Zu den Einrichtungen des Projekts gehörten unter anderem Wohnhäuser für die Kinder, zwei Krankenhäuser, eine stomatologische Klinik, ein Kochzentrum, ein Theater, Schulen, Parks und Erholungsgebiete, darunter zwei Kilometer Strand. Auch auf der Halbinsel Krim wurde im Rahmen des Projekts eine medizinische Einrichtung betrieben, in der eine medizinische Brigade aus Kuba zwischen 1989 und 2011 jährlich rund 6.000 Patienten versorgte.

Das Projekt hat Erkenntnisse und Daten über die Auswirkung von Strahlung auf den menschlichen Körper gewonnen. Häufige Erkrankungen sind dabei unter anderem Leukämie, Schilddrüsenkrebs, Haarausfall, Muskelschwund oder neurologischen Beeinträchtigungen. Kuba war eines der ersten Länder, die sich um die Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl kümmerten.

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