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27.09.2017 Argentinien / USA / Militär / Politik

Argentinien plant wieder Militärmanöver mit USA

Die USA wollen ihren militärischen Einfluss in Argentinien und der gesamten Region ausbauen

Die USA wollen ihren militärischen Einfluss in Argentinien und der gesamten Region ausbauen

Lizenz: public commons

Buenos Aires. In einem Interview mit mehreren argentinischen Medien hat der Geschäftsbeauftragte der US-amerikanischen Botschaft, Thomas Cooney, wieder gemeinsame Militärmanöver mit Argentinien in Aussicht gestellt. Er lobte zudem das freundschaftliche Verhältnis der beiden Länder. Das derzeitige Fehlen eines jeweiligen Botschafters beschädige in keiner Weise die partnerschaftlichen Beziehungen, wie sie schon zwischen US-Präsident Barack Obama und Argentiniens Staatschef Mauricio Macri herrschten.

Am 7. September hatte der argentinische Senat auf Gesuch des Verteidigungsministeriums dem von den USA angestrebten Projekt zugestimmt, US-amerikanischen Militärflugzeugen im Rahmen der kombinierten Militärübung "Cormoran" den Eintritt in das argentinische Hoheitsgebiet zu gestatten.

Die peronistische Opposition kritisierte die Planung dieser Militärmanöver scharf. Darauf angesprochen machte Cooney deutlich, dass es sich vorerst nur um kleinere Manöver unter Beteiligung von jeweils maximal 30 US-Militärangehörigen handele. Diese würden im Oktober beginnen und seien zur Optimierung der Fähigkeiten des argentinischen Militärs bei Such- und Rettungsaktionen angelegt. Diese Trainingseinheiten seien zwischen Partnern "absolut normal".

Cooney kritisierte seinerseits die argentinische Presse, die diese Rückkehr zu "normalen Verhältnissen" und die wissenschaftliche Zusammenarbeit der NASA mit der argentinischen Regierung bei der Erforschung der Antarktis missdeuteten. Auch die Ausbildung von argentinischen Militärs in den USA diene nur friedlichen Zwecken. Zudem brauche die Luftwaffe des südamerikanischen Landes zur Ausbildung ihrer Piloten US-amerikanische Ausrüstung. Hierbei handelt es sich um zwölf unbewaffnete Flugzeuge und vier Helikopter.

Zur Frage der klaren Abgrenzung Macris von Donald Trump hinsichtlich einer militärischen Intervention in Venezuela, äußerte der Botschaftsmitarbeiter, dass die freundschaftliche Partnerschaft der Länder nicht voraussetze, in allen Dingen gleicher Ansicht zu sein. Der US-Präsident hatte unlängst eine "militärische Option" gegen die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro nicht ausgeschlossen. Dies war in Lateinamerika auch von rechten Staatschefs wie Macri zurückgewiesen worden.

Auch zu den Wirtschaftbeziehungen äußerte sich Cooney. Ein wesentlicher Streitpunkt ist der in den beiden vergangenen Jahren um 900 Prozent gestiegene Biodiesel-Export Argentiniens in die USA. Dies sei für US-amerikanische Produzenten eine starke Belastung. Daher haben das US-Handelsministerium und die Internationale Handelskommission der USA bereits im März diesen Jahres eine Untersuchung eingeleitet. Für die guten politischen Beziehungen sei dieser Prozess zwar nicht förderlich, könne aber auch vom Weißen Haus nicht beeinflusst werden. Die wirtschaftlichen Positionen würden genau studiert und die Möglichkeiten eines bilateralen Suspendierungsabkommens hinsichtlich der Handelszölle ausgelotet. Aufgrund der guten Beziehungen habe er großes Vertrauen in einen Dialog, ohne die WHO einschalten zu müssen, erklärte er abschließend.

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