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Kleinbauern in Paraguay protestieren erfolgreich für staatliche Soforthilfe

Kleinbauer in Paraguay: Die Not sorgte für Proteste

Kleinbauer in Paraguay: Die Not sorgte für Proteste

Asunción. Die Regierung von Paraguay hat sich vergangene Woche vorerst erfolgreich mit protestierenden Kleinbauern auf eine Überprüfung der Namensliste potenzieller Empfänger von Hilfsleistungen und Maßnahmen verständigt. Zudem versprach sie, die Umsetzung eines vor über zwei Monaten verabschiedeten Notgesetzes voranzutreiben. Vermittelt hatte zwischen den Konfliktparteien der Senatspräsident und ehemalige Präsident (2008-2012) Fernando Lugo.

In den Tagen zuvor hatten die familiär organisierten Kleinbauern in den Provinzhauptstädten begonnen, für eine schnelle Umsetzung der versprochenen Soforthilfe zu protestieren. In der Hauptstadt Asunción trafen sich eintausend Delegierte zu einem Forum, um Forderungen und Vorgehen zu beraten, woraufhin sich Landwirtschaftsminister Marcos Medina gesprächsbereit zeigte. Den größten Kritikpunkt stellte die Liste der zu unterstützenden Familien dar. Während die Landwirte vor zwei Monaten eine Liste mit gut 52.000 betroffenen Familien einreichten, spreche die paraguayische Regierung von nur 18.000 registrierten Familien, so der Vorsitzende des Dachverbands der Vertretungen der Kleinbauern (CNI), Jorge Galeano.

Neben einer vergünstigten Kreditpolitik sollen nun schnellstmöglich 19 Traktoren und dazugehörige Gerätschaften verteilt, Bewässerungsgräben gebaut sowie Gewächshäuser und Silos errichtet werden. Das zuständige Ministerium und der CNI werden hierzu mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammenarbeiten, die gleichzeitig als Beobachter fungiert.

Brasilianische Agrarproduzenten und gut organisierte Mitglieder der evangelischen Freikirche der Mennoniten erhöhen zunehmend den Konkurrenzdruck auf die Kleinbauern im Land. Wetterextreme hatten in diesem Jahr ihre prekäre Situation zusätzlich verschärft.

In Paraguay liegt eine der höchsten Landkonzentrationen weltweit vor. 2,6 Prozent der Großgrundbesitzer kontrollieren 85,5 Prozent der Agrarfläche – hauptsächlich für Sojaexporte.

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