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04.12.2017 Brasilien / Umwelt / Wirtschaft

Siemens baut Kraftwerk am Amazonas in Brasilien

Das von Siemens gebaute Erdgaskraftwerk soll die am Amazonas in Brasilien gelegene Stadt Coari mit Strom versorgen.

Das von Siemens gebaute Erdgaskraftwerk soll die am Amazonas in Brasilien gelegene Stadt Coari mit Strom versorgen.

Quelle: Ibeneklins
Lizenz: CC by-sa 2.0

Caori, Brasilien. Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat den Bau eines Erdgaskraftwerkes am Oberlauf des Amazonas begonnen. Das Kraftwerk soll die 83.000 Einwohner zählende Stadt Coari mit Strom versorgen. Für 470 Millionen Reais (etwa 120 Millionen Euro) werden die zum Konzern gehörenden Unternehmen Guascor und Dresser-Rand dem regionalen Stromversorger Eletrobrás Distribuidora Amazonas für zwölf Jahre Strom liefern.

Der Bau ist Teil der Strategie des staatlichen Unternehmens Eletrobrás, die Stromversorgung auszugliedern beziehungsweise zu privatisieren. Der Schritt dazu wurde bereits unter der von der Arbeiterpartei geführten Regierung des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva im Jahr 2010 beschlossen.

Das Kraftwerk soll 2018 fertiggestellt werden und über eine Kapazität von 40 Megawatt verfügen. Etwa 23,4 Megawatt beträgt der aktuelle Bedarf der Stadt Coari, 600 km westlich von Manaus. "Das Kraftwerk wird über zwei Gas- und eine Wasserdampfturbine betrieben werden", so der Generaldirektor der Guascor, Yuri Sanches. Der Auftrag geht auf eine Ausschreibung im vergangenen Jahr zurück.

Laut José Francisco da Rocha, Direktor des Versorgers Eletrobrás Amazonas ist bereits mit der Fertigstellung der Turbinen begonnen worden. Die einzige, die in Brasilien selbst produziert wird, sei die für Wasserdampf. Die beiden Gasturbinen produziert Siemens in Houston, USA. Mit dem Bau des neuen Kraftwerks will Eletrobrás Amazonas das bestehende abschalten.

Im vergangenen Jahr machte Siemens 6,2 Milliarden Euro Gewinn. Derzeit plant der Konzern weltweit 6.900 Arbeitsplätze aus seinen Kraftwerks- und Antriebssparten zu streichen. Dies begründete Siemens mit einer flauen Nachfrage im Geschäft mit großen Turbinen.

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