Unicef: Minderjährige Flüchtlinge müssen besonders geschützt werden

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Das Logo von Unicef. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen muss der Schutz für geflüchtete Kinder verbessert werden
Das Logo von Unicef. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen muss der Schutz für geflüchtete Kinder verbessert werden

New York. Weltweit sind 50 Millionen Menschen unter 18 Jahren auf der Flucht. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) nutzte den 18. Dezember, den Internationalen Tag der Migranten, um auf die Situation von minderjährigen Flüchtlingen aus der ganzen Welt und auch aus Zentralamerika aufmerksam zu machen.

50 Millionen Minderjährige sind laut Unicef-Bericht aktuell auf der Welt "in Bewegung", das bedeutet freiwillig oder unfreiwillig auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Oft ist diese Migration positiv – Familien und ihre Kinder versuchen, sich auf sichereren Wegen und freiwillig an einem anderen Ort ein neues Leben aufzubauen. Doch für viele Millionen Menschen geschieht diese Migration unfreiwillig und ist mit großen Risiken und Gefahren verbunden. Mehr als die Hälfte der Kinder, 28 Millionen, wurden auf Grund von Konflikten aus ihrem alten Zuhause vertrieben. Oft müssen sie dann auf Schlepper zurückgreifen oder sich auf Wege begeben, auf denen sie nicht sicher sind.

Von diesen 50 Millionen stammen 6,3 Millionen aus Zentral- und Südamerika. Vor allem in den Ländern des "Nördlichen Dreiecks" (El Salvador, Guatemala und Honduras) ist die Migration meist unfreiwillig. Die Bandengewalt, die die Länder beherrscht, dringt in alle Lebensbereiche der Kinder ein. Schulen, Familien und die Gemeinden, in denen die Kinder leben, sind täglich von Gewalt betroffen. Oft werden die Familien und ihre Kinder das Ziel von Erpressung, Belästigung und Todesdrohungen. Minderjährige werden oft gezwungen, sich den Banden anzuschließen und werden bei einer Weigerung massiv bedroht. Außerdem sind die Länder sehr arm, es herrscht eine große Ungleichheit, Kinder haben wenig Zugang zu guter Bildung, zu sozialen Diensten und auch die Arbeitslosigkeit unter Minderjährigen ist laut Unicef hoch. 2016 wurden fast 60.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Grenze von Mexiko und den USA festgenommen, ein Großteil von ihnen aus diesen drei zentralamerikanischen Ländern.

Der Global Compact on Migration soll sich dieses Themas annehmen: Es handelt sich um ein zwischenstaatliches Abkommen, das sich mit Migration beschäftigt. Am 19. September 2016 wurde in der UN Generalversammlung das Abkommen erstmals angestoßen und war eine wichtige Botschaft, um Migration und Flucht auf die internationale Agenda zu setzen. Das Ziel der Mitgliedsstaaten ist eine weltweite Zusammenarbeit um eine sichere und geordnete Migration zu ermöglichen.

Unicef wies bereits mehrfach darauf hin, dass dies der optimale Zeitpunkt sei, sich insbesondere auch der Situation der Kinder zu widmen: Diese seien besonders betroffen von Fremdenfeindlichkeit, Missbrauch, sexueller Ausbeutung und dem fehlenden Zugang zu sozialen Diensten. Deshalb sei es wichtig, dass besondere Maßnahmen für den Schutz und das Wohlergehen der Kinder im Abkommen festgelegt werden.

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