Mexiko: Indigene Umweltaktivistin ermordet

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Mitglieder des Jugendrats der Gemeinde Cherán, Mexiko,  protestieren gegen den Mord an Campanur Tapia
Mitglieder des Jugendrats der Gemeinde Cherán, Mexiko, protestieren gegen den Mord an Campanur Tapia

Cherán, Mexiko. Die Umweltaktivistin Guadalupe Campanur Tapia aus der Gemeinde Cherán im mexikanischen Bundesstaat Michoacán ist am 17. Januar ermordet worden. Ihre Leiche wurde in der Nachbargemeinde Chilchota entdeckt. Dort war sie Tage zuvor vermutlich unterwegs gewesen. Laut Information der Staatsanwaltschaft wurde die 32-Jährige zwischen 36 und 48 Stunden vor ihrem Auffinden erwürgt.

Die Aktivistin der indigenen Purépecha-Gemeinschaft war eine der ersten Frauen, die sich 2011 an der Verteidigung der Wälder gegen die illegale Abholzung in ihrer Gemeinde Cherán beteiligte. Sie bildete dort die erste Brigade von Waldschützern. Für ihre Mitstreiterin Carolina Lunuen ist der Mord eine klare Botschaft, um die selbstorganisierten Indigenen von Cherán einzuschüchtern und Terror zu verbreiten.

Die zentralamerikanische Menschenrechtsgruppe Defensoras prangerte in einer Mitteilung den Mord an "Lupita", wie sie bekannt war, an und fordert von der mexikanischen Regierung seriöse Ermittlungen. "Es muss vor allem der Zusammenhang zwischen ihrer Ermordung und ihrer Arbeit als Umweltaktivistin untersucht werden", heißt es darin.

Der Nationale Indigene Rat (CNI) solidarisiert sich mit der Familie von Campanur Tapia und macht Mexikos Regierung verantwortlich: "Ohne die Korruption in der Regierung und ihre Verwicklung mit den Drogenkartellen wäre die Compañera Lupita noch am Leben“, heißt es in dem CNI-Kommuniqué.

Aus Cherán hat sich der Jugendrat zu Wort gemeldet: Er beklagt die Unsicherheit, die außerhalb der Gemeinde herrscht und fordert Ermittlungen zur Aufklärung des Mordes. "Diese grausame Straftat darf nicht kleingeredet und auch nicht als 'normal' angesehen werden. Es ist inakzeptabel, dass Fälle wie diese immer wieder und im ganzen Land passieren", so die Stellungnahme weiter.

Die Purépecha-Gemeinde Cherán organisiert sich seit 2011 gegen die illegale Abholzung ihrer Wälder. 20.000 von 27.000 Hektar wurden bereits verwüstet. Durch die Selbstorganisation und Selbstverteidigung gelingt es den Bewohnern, die organisierte Kriminalität aus der Gemeinde fernzuhalten. Das kostete drei indigene Umweltaktivisten im Jahr 2012 das Leben. Sie wurden entführt und ermordet.

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