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17.02.2018 Venezuela / Politik / Wirtschaft

Zentralbank von Venezuela gibt neuen Wechselkurs bekannt, Bolívar abgewertet

Für einen US-Dollar gibt es in Venezuela nun rund 25.000 Bolívares. Zuvor waren es zehn Bolívares

Für einen US-Dollar gibt es in Venezuela nun rund 25.000 Bolívares. Zuvor waren es zehn Bolívares

Quelle: Telesur

Caracas. Die Zentralbank von Venezuela (BCV) hat den bisherigen festen Wechselkurs der Landeswährung Bolívar abgeschafft und an den neuen "Dicom-Kurs" angepasst, der den Kurs über ein Auktionsverfahren je nach Angebot und Nachfrage ermitteln soll.

Das Dicom-System gibt es bereits seit März 2016 und bedeutete bei der Einführung eine Abwertung von 60 Prozent im Vergleich zum Präferenzwechselkurs für besondere Importgüter. Nun wurde jedoch der Präferenzwechselkurs abgeschafft, der sich bis zuletzt noch auf einen US-Dollar zu zehn Bolívares belief. Der zuständige Währungsauktionsausschuss kündigte für die folgende Auktion einen ermittelten Kurs von 24.996 Bolívares zu einem US-Dollar an. Das kommt einer Abwertung von 86,6 Prozent gegenüber dem letzten ermittelten Auktionskurs gleich bzw. von 99,9 Prozent gegenüber dem nun abgeschafften Präferenzwechselkurs.

Der inoffizielle Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt ist nach der Bekanntgabe des neuen Dicom-Kurses um rund 15 Prozent gefallen und hält sich seitdem relativ stabil bei rund 236.000 Bolívares für einen US-Dollar. Zuletzt hatte der Kurs eine exponentielle Entwicklungstendenz.

Die BCV veröffentlichte bislang nicht die Menge der insgesamt gehandelten Devisen, noch die Liste der Auktionsteilnehmer, denen Devisen zugewiesen werden. Kritische Stimmen warfen dem System daher Intransparenz vor und beklagen, dass ohne diese Informationen noch weniger Kontrolle über die Devisenvergabe möglich sei als vorher. Auch komme es durch die Abwertung zu einer Entwertung der Einkommen und Rücklagen der venezolanischen Bevölkerung.

Die BCV gestand Schwierigkeiten bei den Transaktionen zwischen privaten und öffentlichen Banken ein, bedingt durch die Sanktionen der USA. In diesem Zusammenhang wird die angekündigte Einführung der alternativen Kryptowährung Petro mit Spannung erwartet, wenn auch inzwischen klar ist, dass aus Sicht der USA der Handel mit dem Petro auch unter die Sanktionen fällt.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie nachhaltig die währungspolitischen Reformen angesichts der angespannten Versorgungslage sind. Unklar ist auch, welche ergänzenden wirtschaftlichen Maßnahmen getroffen werden. Bislang besteht noch immer ein enormer Anreiz, Devisen zum zehnfach höheren Preis auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.

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