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Venezuela: Mitarbeiter von US-Erdölkonzern Chevron wegen Korruption verhaftet

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Auch in Venezuela tätig: Das US-Unternehmen Chevron, einer der weltgrößten Erdölkonzerne
Auch in Venezuela tätig: Das US-Unternehmen Chevron, einer der weltgrößten Erdölkonzerne

Puerto de la Cruz. In Venezuela sind zwei Mitarbeiter des US-Erdölkonzerns Chevron verhaftet worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters haben Beamte des Geheimdienstes Sebin am Montag die Geschäftsräume von Petropiar in Puerto de la Cruz im nordöstlichen Teilstaat Anzoategui durchsucht und die beiden Männer festgesetzt.

Petropiar ist ein Joint-Venture, an dem das staatliche venezolanische Erdölunternehmen PdVSA 70 Prozent und Chevron 30 Prozent der Anteile hält. Chevron ist der größte in Venezuela tätige US-Ölkonzern. Einer der inhaftierten Männer, Carlos Agarra, ist Chemieingenieur, der kürzlich von Chevrons argentinischen Filialen nach Venezuela wechselte. Der andere, René Vásquez, ist Berater im Beschaffungswesen.

Am Dienstag erklärte Chevron, dass "unser Rechtsteam die Situation untersucht und auf die baldige Freilassung dieser Mitarbeiter hinarbeitet". Man habe sich mit den örtlichen Behörden in Verbindung gesetzt, "um die Grundlagen der Festnahme zu verstehen und die Sicherheit und das Wohlergehen dieser Mitarbeiter zu gewährleisten".

Im Januar wurden bereits sieben Petropiar-Manager wegen Veruntreuung und Verschwörung im Zusammenhang mit der Manipulation von Produktionszahlen festgenommen. Damit waren die Ermittlungen wegen Bestechung und Korruption im Erdölsektor auch auf ausländische Privatunternehmen ausgeweitet worden.

Seit dem vergangenen September sind im Rahmen der Anti-Korruptionskampagne der Regierung von Präsident Nicolas Maduro rund 80 PdVSA-Angestellte verhaftet worden, darunter 20 hochrangige Führungskräfte wie die ehemaligen Erdölminister Eulogio del Pino und Nelson Martínez. Nach wie vor auf freiem Fuß ist dagegen Rafael Ramírez, der von 2002 bis 2014 und damit der am längsten amtierende Minister für Erdöl war. Er wird von den venezolanischen Behörden gesucht, seit Januar liegt ein Interpol-Haftbefehl gegen ihn vor.

Das Vorgehen von Maduro und Generalstaatsanwalt Tarek William Saab gegen Korruption stößt auf breite Zustimmung, aber auch auf Kritik. Einige Analysten sagen, die Kampagne gehe auf Fraktionsstreitigkeiten innerhalb des Chavismus zurück und habe die bereits nachlassende Produktion der staatlichen Ölgesellschaft weiter beeinträchtigt.

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