Evo Morales: Trump "isoliert wegen seiner Mauer des Rassismus"

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Nicht nur US-Amerikaner, wie hier vor dem Weißen Haus in Washington, protestieren gegen die Migrationspolitik Trumps, sondern auch der bolivianische Präsident Evo Morales
Nicht nur US-Amerikaner, wie hier vor dem Weißen Haus in Washington, protestieren gegen die Migrationspolitik Trumps, sondern auch der bolivianische Präsident Evo Morales

La Paz.Der Präsident von Bolivien, Evo Morales, hat die Grenz- und Immigrationspolitik seines US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump scharf kritisiert und ihm vorgehalten, aufgrund seiner "Mauer des Rassismus" isoliert zu sein. Auslöser war ein Vergleich Trumps, die Europäische Union sei "genauso schlecht wie China" in ihrer "ungerechten Behandlung der USA."

Morales erinnerte daran, dass die USA und allen voran ihr Präsident Trump sich in keiner Weise in der Position befinde, andere Staaten moralisch zu kritisieren und ihnen Vorhaltungen zu machen. Trump müsse sich vielmehr selbst hinterfragen, "wenn sein eigenes Volk gegen seine grausame und inhumane Politik der psychologischen Folter unschuldiger Kinder in Gefangenenlagern protestiert".

Der US-Präsident hatte zuletzt erst nach starken Protesten der internationalen Gemeinschaft wie auch der eigenen Bevölkerung die Trennung von Kindern und ihren Eltern in Einrichtungen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko per Dekret aufgehoben. Die Kinder sollen jedoch nicht freigelassen, sondern entweder in Notunterkünfte oder zu ihren ebenso eingesperrten Eltern gebracht worden sein.

Nach der Wahl von Andrés Manuel López Obrador zum neuen Präsidenten Mexikos am vergangenen Sonntag rief der bolivianische Präsident zudem die Mexikaner dazu auf, von nun an den Blick wieder in Richtung Süden zu richten und sich gemeinsam gegen die Politik Trumps zu stellen, die sich auch gegen Lateinamerika wende. Man müsse gemeinsam "die lateinamerikanische Identität gegenüber den Angriffen der imperialen USA verteidigen", so Morales.

Auch die UNO hat die Anti-Migrationspolitik einer Vielzahl von Ländern, unter anderem der USA, scharf kritisiert. Die Sonderbeauftragte für Rassismus, Tendayi Achiume, erklärte, es gebe eine Politik der "Xenophobie, Diskrimination und Intoleranz gegenüber indigenen Ethnien, Migranten und anderen Minderheiten unter dem Deckmantel von Migrationspolitik, nationalen Sicherheitsmaßnahmen und wirtschaftlicher Stabilität."

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