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22.07.2018 Kuba / Mexiko

Kuba kritisiert Presseberichte über Flugzeugabsturz

Flugzeugabsturz Havanna im Mai 2018

Der Absturz der Personenmaschine in Kuba forderte 112 Todesopfer

Quelle: Cubadebate

Havanna/Mexiko-Stadt. Zwei Monate nach einem verheerenden Flugzeugunglück in Kuba mit mehr als 100 Todesopfern haben die Untersuchungsbehörden Presseberichte über angebliche Absturzursachen als "vorschnell" zurückgewiesen. Zuvor hatte die mexikanische Gesellschaft Damojh, die das 39 Jahre alte Flugzeug an die kubanischen Behörden für Inlandsflüge vermietet hatte, bekannt gegeben, dass es sich bei der Unfallursache um menschliches Versagen gehandelt habe. Demnach sei der Anflugwinkel der Maschine "zu steil" gewesen, woraufhin diese mit 113 Menschen an Bord abstürzte, von denen 112 starben. Damojh bezog sich nach eigenen Angaben auf eine Analyse der Black Box.

Unklar blieb jedoch, wie Damojh zu dieser Erkenntnis kommen konnte und ob das Unternehmen überhaupt Zugang zu den Aufzeichnungen des Flugdatenrecorders hatte. Weder Damojh noch die kubanischen und mexikanischen Ermittlungsbehörden geben hierzu Auskunft. Von offizieller Seite heißt es lediglich, die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an. Erst nach Zusammentragen aller Informationen und Beweismittel sowie deren Auswertung könnten Angaben gemacht werden.

Mexikos Flugbehörde hatte Damojh nach dem Absturz die Betriebserlaubnis entzogen, bis die Unfallursache geklärt ist. Dieser Prozess kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Dagegen wehrt sich die 1990 gegründete Fluggesellschaft.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken war Damojh 2017 bereits die Betriebserlaubnis für Guayana entzogen worden. Zuvor hatte das Unternehmen den Flugbetrieb 2010 und 2013 während regulärer Überprüfungen durch die mexikanischen Behörden eingestellt. Ehemalige Mitarbeiter der Fluggesellschaft werfen ihr vor, "heruntergekommene" Flugzeuge zu bewirtschaften, ohne sie angemessen zu warten und damit Menschenleben zu riskieren. Damojh weist diese Vorwürfe als "durch verärgerte Ex-Mitarbeiter fabrizierte Anschuldigungen" zurück und verlangt die Erneuerung der Betriebserlaubnis.

Das Unfallflugzeug hatte zuletzt im November 2017 die Inspektion durch die mexikanischen Flugbehörden bestanden.

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