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US-Blockade schränkt Flugbetrieb in und nach Kuba ein

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Die staatliche Airline Cubana de Aviación S.A. musste aufgrund von US-Strafmaßnahmen zahlreiche In- und Auslandsflüge einstellen
Die staatliche Airline Cubana de Aviación S.A. musste aufgrund von US-Strafmaßnahmen zahlreiche In- und Auslandsflüge einstellen

Havanna/Washington. Die neuen Sanktionen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegen Kuba treffen auch die Flugbranche der sozialistischen Insel. Es handle sich um einen weiteren Versuch, jede Beziehung zwischen den USA und Kuba zu zerstören, kritisierte die kalifornische US-Kongressabgeordnete der Demokraten, Barbara Lee, im Kurznachrichtendienst Twitter. "Diese isolationistische Politik schadet Kubanern wie US-Bürgern gleichermaßen", schrieb Lee weiter.

Wie die kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviación S.A. bekannt gegeben hat, mussten in Folge der unilateralen Sanktionsmaßnahmen zahlreiche In- und Auslandsflüge der staatlichen Linie eingestellt werden. Mehrere Firmen, die bisher ihre Flugzeuge an Kuba vermietet haben, haben entsprechende Leasingverträge gekündigt.

Insgesamt werden sieben internationale Flugdestinationen nicht mehr von Cubana bedient. Sämtliche Flüge nach Mexiko-Stadt, Cancún und Venezuelas Hauptstadt Caracas fallen weg. Auch Inlandsflüge sind von den Einschränkungen betroffen. Die Cubana arbeitet daran, neue Leasingpartner zu finden, die mit europäischer Technik arbeiten.

Wie das US-Außenministerium am vergangenen Freitag informierte, sind auch Flugreisen aus den USA von neuen Einschränkungen betroffen. Mit Ausnahme der Hauptstadt Havanna dürfen künftig keine Flughäfen auf der Insel mehr von US-Fluglinien angesteuert werden. So sind unter anderem die Flüge von Jetblue und American Airlines nach Santa Clara, Holguín und Camagüey ab dem 10. Dezember verboten. Sie werden von vielen Menschen für touristische Zwecke genutzt, aber auch von Kubanern mit Wohnsitz in den USA, die ihre Verwandten in Kuba besuchen.

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez stellte zu den neuen Strafmaßnahmen fest, die USA verschärften damit das Reiseverbot für ihre Bürger und beschnitten deren Freiheiten, zudem schadeten sie den Kontakten zwischen beiden Völkern. Als Versuch, "Kubas unerschütterliche Auflehnung abzustrafen", bezeichnetet Carlos Fernández de Cossío, Leiter der Abteilung für die USA im Außenministerium, die Sanktionen. Dabei sei es der Regierung Trump auch völlig gleichgültig, dass "Familienkontakte beeinträchtigt und unfaire Unannehmlichkeiten verursacht werden".

In Kuba geht man derzeit davon aus, dass aufgrund dieser neuen Sanktionen bis zum Ende des Jahres rund 40.000 Personen nicht auf die Insel reisen können. Wie Tourismus-Minister Manuel Marrero bekräftigte, sei das Land jedoch trotzdem bereit für die bevorstehende Hochsaison und bleibe ein "attraktives und sicheres Reiseziel". So würden diesen Winter mehr als 3.700 neue Hotelzimmer zu Verfügung stehen, darunter auch jene im jüngst von Präsident Miguel Díaz-Canel persönlich eröffneten Hotel "Meliá Internacional de Varadero". Dieser forderte seine Minister dazu auf, "neue Tourismusprodukte über Sonne und Strand hinaus" zu entwickeln und hierfür stärker mit dem Privatsektor zusammenzuarbeiten.

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