Ecuador / Politik

Unterstützung für inhaftierten Ex-Vizepräsidenten Jorge Glas in Ecuador

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pbi-Freiwillige in Guatemala
Protest vor dem Gefängnis von Jorge Glas in Ecuador

Latacunga, Ecuador. Unterstützer des ehemaligen Vizepräsidenten von Ecuador, Jorge Glas, haben ihrem Unmut über die Inhaftierung des Politikers und die jüngste Verschärfung der Haftbedingungen Ausdruck verliehen. Parlamentsabgeordnete, Funktionäre und Mitglieder der Bewegung Bürgerrevolution (Revolución Ciudadana) demonstrierten vor der Haftanstalt in Latacunga, wo Glas sich seit dem 22. Oktober im Hungerstreik befindet.

Glas wurde im Dezember 2017 zu einer sechsjährigen Haftstrafe im Zusammenhang mit einem Korruptionsfall des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht verurteilt. Er erklärt sich für unschuldig und sieht sich als politischen Gefangenen. "Die Welt darf nicht apathisch zusehen angesichts der politischen Verfolgung aller progressiven Anführer in Lateinamerika", schrieb er kürzlich in einem offenen Brief.

Auch Ex-Präsident Rafael Correa und seine Bewegung "Bürgerrevolution" haben die Inhaftierung Glas' wiederholt als einen Fall politischer Verfolgung bezeichnet. Mit dem aktuellen Hungerstreik reagierte Glas auf seine Verlegung aus Quito in das Hochsicherheitsgefängnis von Latacunga.

Glas bekleidete zwischen 2006 und 2018 mehrere Posten in den Regierungen von Rafael Correa und dessen Nachfolger Lenín Moreno. Ab 2013 war er Vizepräsident des Landes und wurde im Februar zusammen mit dem neuen Präsidenten Moreno in derselben Funktion wiedergewählt. Moreno entzog ihm jedoch im August desselben Jahres alle Befugnisse. Im Oktober 2018 wurde Glas verhaftet und im Januar 2018, nach seiner Verurteilung, als Vizepräsident abgesetzt.

Glas' Ehefau Cinthia Días de Glas richtete am Dienstag einen dringenden Aufruf an Präsident Moreno. Sie bat um "Erbarmen" und um die Rückverlegung ihres Ehemannes in ein reguläres Gefängnis in Quito. Dort sei im Gegensatz zum Hochsicherheitsgefängnis wenigstens die ärztliche Betreuung sichergestellt gewesen. Días de Glas bezeichnete den Gesundheitszustand ihres Gatten als prekär. Er leide an Bluthochdruck und einer Gastritis und sei durch den Hungerstreik zusätzlich geschwächt, ließen Glas' Anwälte verlauten.

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