Weltforum Kritischen Denkens in Argentinien

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Ankündigung des Forums in sozialen Netzwerken
Ankündigung des Forums in sozialen Netzwerken

Buenos Aires. Seit Montag findet in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires das erste "Weltforum Kritischen Denkens" statt. Das Mammut-Treffen linker und fortschrittlicher Akademiker und Politiker wird vom Lateinamerikanischen Rat der Sozialwissenschaften (Clacso) ausgerichtet. Mehr als 7.000 Vorträge in mehr als 1.000 Arbeitsgruppen sind vom 19. bis 23. November geplant. Es werden über 50.000 Teilnehmer erwartet, rund die Hälfte aus Argentinien.

Das Weltforum ist als Protestveranstaltung gegen den G-20-Gipfel geplant, der am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires stattfindet. Das kritische Denken solle auf dem "ideologischen Gegengipfel" zusammenkommen, so die argentinische Ex-Präsidentin Christina Fernández de Kirchner. Sie ist eine der prominenten Teilnehmerinnen des Kongresses, neben Dilma Rousseff (Brasilien), Ernesto Samper (Kolumbien), Álvaro García Linera (Bolivien) und José Mujica (Uruguay). Auch die linken Präsidentschaftskandidaten Gustavo Petro (Kolumbien) und Fernando Haddad (Brasilien) sowie zahlreiche Parlamentsabgeordnete linker Parteien werden erwartet.

Neben Vertretern der politischen Institutionen und Parteien tragen vor allem Wissenschaftler vor. Darunter Seteney Shami, Vorsitzende des Social Science Research Council und des InterAsia Programms als Vertreterin der Arabischen Vereinigung der Sozialwissenschaften. Ein ganzes Panel widmet sich den Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump, aber auch über Strategien zur Verteidigung der öffentlichen Bildung wird diskutiert. Unter dem Titel "Gegen das Patriarchat, gegen den Faschismus" diskutieren Rita Laura Segato von der Universidade de Brasilia, Virginia Vargas vom Feministischen Bündnis Flora Tristán aus Peru und die Moderatorin María Eugenia Rodriguez Palop von der Universidad Carlos III aus Madrid. Aus Deutschland ist der Soziologe Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena eingeladen, der sich unter anderem bei Attac engagiert.

Zu den politischen Höhepunkten gehören eine Hommage zum 60. Jahrestag der kubanischen Revolution in Anwesenheit von Gerardo Hernández und Ramón Labañino, zwei der fünf Kubaner, die wegen der Beobachtung von gewaltbereiten Gruppen des kubanischen Exils in den USA lange Haftstrafen verbüßen mussten. Auch eine Hommage an den palästinensischen Unabhängigkeitskampf ist geplant.

Auch Journalisten sind auf dem Kongress vertreten, darunter Ignacio Ramonet, Gründer der Zeitung Le Monde Diplomatique und Mitarbeiter von Telesur. Vertretern sozialer Bewegungen bietet das Forum ebenfalls Raum, anwesend sind Vertreter der Mütter des Plaza de Mayo aus Argentinien und Angehörige der entführten Studenten aus Ayotzinapa in Mexiko. Vertreter von Oxfam, dem Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) und des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) nehmen ebenfalls teil.

Das erste Weltforum Kritischen Denkens möchte weltweit führende Personen zusammen bringen, die sich "dem Kampf für gerechtere Gesellschaften" widmen. Darunter "progressive Intellektuelle, Sprecher sozialer Bewegungen, Aktivisten, Studierende, Menschenrechtsverteidiger und feministische, antirassistische, antiimperialistische und antikoloniale Organisationen".

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