Argentinien / Politik

Konferenz gegen G20-Gipfel, "Weltforum des Kritischen Denkens" in Argentinien

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Clacso-Einladung zum Weltforum des Kritischen Denkens: "Während die G20-Führer sich in einem militarisierten Buenos Aires einschließen, werden wir in einem offenen Stadion sein und uns die Zukunft der Welt vorstellen"
Clacso-Einladung zum Weltforum des Kritischen Denkens: "Während die G20-Führer sich in einem militarisierten Buenos Aires einschließen, werden wir in einem offenen Stadion sein und uns die Zukunft der Welt vorstellen"

Buenos Aires. Der Lateinamerikanische Rat für Sozialwissenschaften (Clacso) ruft zu einer Gegenveranstaltung zum G20-Gipfel auf, der am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires stattfinden wird. Unter dem Titel "Erstes Weltforum des Kritischen Denkens“ wurden namhafte Persönlichkeiten aus Politik, sozialen Bewegungen und Wissenschaft zu dem Treffen von 19. bis 23. November in Buenos Aires eingeladen. Neben den beiden Ex-Präsidentinnen Cristina Fernández (Argentinien) und Dilma Rousseff (Brasilien) sollen unter anderen auch Boliviens Vizepräsident Álvaro García Linera, der frühere mexikanische Präsidentschaftskandidat und Bürgermeister von Mexiko-Stadt Cuauhtémoc Cárdenas, der kolumbianische Ex-Präsident Ernesto Samper sowie Pablo Iglesias, Vorsitzender der spanischen Partei Podemos, teilnehmen. Das Forum steht unter dem Motto: "Die Kämpfe um Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Demokratie in einer turbulenten Welt".

Clacso ist eine 1967 unter der Schirmherrschaft der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur gegründete internationale Nichtregierungsorganisation. Ihre Ziele sind die Förderung der sozialwissenschaftlichen Forschung und Lehre, internationale Kooperation und Austausch in diesem Bereich sowie die Verbreitung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse innerhalb der sozialen Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft in der Region und weltweit. Zu diesem Zweck hält die Organisation alle drei Jahre internationale Konferenzen ab. Am letzten, 2015 in Medellín, Kolumbien, ausgetragenen Treffen nahmen nach Angaben der Organisation rund 30.000 Personen teil. Die diesjährige Konferenz in Buenos Aires wird nun zugleich als Gegenforum zum Gipfeltreffen der G20-Staaten organisiert.

Argentinien unter Staatspräsident Mauricio Macri hat derzeit den einjährigen Vorsitz der G20 inne. Zugleich durchläuft das Land eine schwere wirtschaftliche Krise. Trotz der Aufnahme von Staatsschulden in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar beim Internationalen Währungsfonds und eines drastischen Sparprogramms führen die hohe Inflation und der Verfall des Pesos zu einem starken Anstieg der Armut. Sie wird in diesem und im kommendem Jahr sogar noch weiter steigen, so Macri zuletzt in einer Fernsehansprache. Die Regierung und ihre Sicherheitskräfte stehen angesichts des bevorstehenden G20-Gipfels daher in Alarmbereitschaft. Laut dem regierungsnahen Internetportal Infobae sollen gewalttätige Zusammenstöße, wie sie zuletzt 2017 in Hamburg stattfanden, mit allen Mitteln verhindert werden.

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