Frauendemonstrationen trotz Stromausfall am 8. März in Venezuela

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Feministische Organisationen unterstützen die Bolivarische Revolution
Feministische Organisationen unterstützen die Bolivarische Revolution

Caracas. Am gestrigen Internationalen Frauentag haben in Venezuela tausende Menschen trotz des Stromausfalls und inmitten der weiteren Zuspitzung der politischen Situation demonstriert.

Seit Donnerstagnachmittag war in den Regionen Carabobo, Miranda, Barquisimeto, Táchira, Cojedes, Mérida, Barinas, Vargas, Nueva Esparta, Aragua und Zulia der Strom ausgefallen. Große Teile der Hauptstadt waren ebenfalls betroffen. Oppositionelle machen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro verantwortlich und führen die Ausfälle auf mangelnde Investitionen in die Infrastruktur zurück. Die Regierung hingegen erklärte auf einer Pressekonferenz, dass dem mehr als 24 Stunden anhaltenden Stromausfall ein Sabotageakt zu Grunde lag. Der Minister für Kommunikation, Tourismus und Kultur, Jorge Rodríguez, informierte am Freitag, dass die automatisierte Regulierungskontrolle des Wasserkraftwerks Guri attackiert worden sei. Das Werk liefert 80 Prozent der elektrischen Energie des Landes. Die Software zur Steuerung der Generatoren sei manipuliert worden und dies habe zu einer automatischen Abschaltung geführt. Die Regierung behalte sich vor, die Verantwortlichen vor internationalen Instanzen anzuzeigen, so Rodríguez. Trotz der Dunkelheit war es zu keinen Ausschreitungen oder Plünderungen gekommen.

In Caracas demonstrierten am Nachmittag trotz des Stromausfalls tausende Frauen unter dem Aufruf “Venezolanische, feministische, chavistische, revolutionäre und antiimperialistische Frauen, Trans, Lesben und Nichtbinäre, auf zum Internationalen Streik am 8M!“ Neben Forderungen wie mehr Mitsprache und legale Abtreibung kritisierten sie auch den Interventionismus der USA in Venezuela. "Mit oder ohne Strom, Feminismus auf die Straße tragen!" riefen sie auf dem Umzug durch die Hauptstadt. Im gesamten Land wurden die Kinder für den Frauentag vom Schulunterrricht befreit. Auch einige Arbeitgeber gaben den Tag frei. Laut der Nachrichtenagentur Reuters nahm auch der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó in Caracas an einer Frauendemonstration teil.

Guaidó hatte sich am Tag zuvor in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel für die "humanitäre Hilfe" aus Deutschland bedankt. Ein interessantes Detail, beruht doch seine Kampagne gegen die gewählte Regierung unter anderem auf der Behauptung, Maduro lasse keine Hilfe ins Land kommen. Zudem sei laut dem Oppositionspolitiker die Ausweisung des deutschen Botschafters Daniel Kriener durch die venezolanische Regierung eine "Drohung gegen Deutschland". Er habe bereits einen neuen Botschafter in Deutschland ernannt und erkenne das diplomatische Personal Maduros nicht an.

Die Drohungen der USA gegen Venezuela gehen unterdessen weiter. Der US-Sonderbeauftragte Elliot Abrams sagte am Mittwoch: "Wir denken es wäre ein taktischer Fehler, sie in der Sicherheit zu wiegen, dass es keine amerikanische militärische Intervention geben wird. Aber wir werden nicht intervenieren. Was wir tun, ist was sichtbar ist, finanzieller Druck, ökonomischer Druck, diplomatischer Druck".

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