Gemeinden in Mexiko wehren sich gegen Bergauprojekt, auch Deutsche Bank beteiligt

Sorge wegen extremen Wasserverbrauches. Betreiberfirma versucht lokale Bevölkerung zu beeinflussen. Deutsche Bank verdient mit

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Bei der "Versammlung der Dörfer im Widerstand". Indigene Gemeinden wehren sich gegen das Almaden-Bergbauprojekt
Bei der "Versammlung der Dörfer im Widerstand". Indigene Gemeinden wehren sich gegen das Almaden-Bergbauprojekt

Ixtacamaxtitlán, Puebla. Bei der 29. Versammlung der indigenen Dörfer, die sich gegen das Bergauprojekt Ixtaca im zentralmexikanischen Bundesstaat Puebla wehren, haben diese ihre Ablehnung der geplanten Gold- und Silbermine im Nahua-Bezirk Ixtacamaxtitlán bekräftigt. Die größte Besorgnis der 150 Gemeinden aus 25 Bezirken von Puebla und Veracruz ist der Wasserverbrauch des Tagebau-Projekts. Gemäß ihren Angaben würde die Betreiberfirma Gurrión doppelt soviel Wasser verbrauchen wie momentan alle Gemeinden des Bezirks Ixtamaxtitlán zusammen. Die Firma Gorrión, Tochterunternehmen der kanadischen Almaden Minerals, behauptet hingegen, dass sie allein mit von ihr aufgefangenem Regenwasser auskommen würde.

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Nahua-Indigene besetzten symbolisch das Büro von Gorrión in Santa María Zotoltepec
Nahua-Indigene besetzten symbolisch das Büro von Gorrión in Santa María Zotoltepec

Der seit fünf Jahren andauernde Konflikt erreichte vergangene Woche seinen vorläufigen Höhepunkt. Anschließend an die Versammlung der Dörfer im Widerstand am 23. Juni besetzten Nahua-Indigene symbolisch das Büro von Gorrión in Santa María Zotoltepec. Sie reklamieren auch, dass für das Projekt nie eine Befragung stattfand. Die Firma und Behördenvertreter sprechen den lokalen Nahua-Völkern Maseual und Tutunaku ihre indigene Identität ab, um diese ansonsten zwingende Befragung umgehen zu können.

Am 25. Juni fand eine erste öffentliche Informationsveranstaltung zur Umweltverträglichkeitsstudie (Manifestación de impacto Ambiental, MIA) des Ixtaca-Projekts statt, die vom Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen durchgeführt wird. Diese musste verschoben werden, weil die Bergbaufirma vor dem ersten Termin unlautere Werbung betrieb: In den Dörfern wurde massiv plakatiert und dabei sowohl zur Veranstaltung aufgerufen und zugleich groß "Ja zum Bergbau” propagiert.

Bei dieser Informationsveranstaltung in Santa María Sotoltepec zeigten die meisten Interventionen, dass die Auskunft von Gorrión zum Wasserverbrauch beim geplanten Abbau der Metalle widersprüchlich ist. Zudem trugen viele der 1.800 anwesenden Personen Hemden und Mützen in einer intensiven gelben Farbe mit Aufschriften zur Unterstützung der Mine, was für diese Art von Veranstaltungen gesetzlich verboten ist. Nach Angaben von Bergbaugegnern wurden viele dieser Personen aus entlegenen Regionen herangekarrt ohne dass sie wussten, um was es geht. Zudem wurde die Veranstaltung von einem Großaufgebot der Polizei begleitet und mittels einer Drohne aus der Luft überwacht. Die "Vereinigung der Gemeindeländereien und Dörfer in Verteidigung der Erde, des Wassers und des Lebens Atcolhua" bezeichnete die Veranstaltung als von der Bergbaufirma manipuliert: "Wir forderten einen Raum der Mitsprache und was sie uns gaben, war dieselbe Propaganda wie seit Jahren".

Das weitere Verfahren im Projekt wird zu einer Nagelprobe für Mexikos neuen Umweltminister, Víctor M. Toledo. Der renommierte Ökologe, seit Mai im Amt, vertritt grundsätzlich starke Positionen zum Schutz der Umwelt und der Biodiversität, die durch das Ixtaca-Projekt in der Sierra Norte von Puebla gefährdet ist.

An dem umstrittenen Bergbauprojekt von Almaden Minerals mit Sitz in Vancouver sind auch europäische Investoren beteiligt. Unter den 27 institutionellen Anlegern von Almaden Minerals figuriert die Deutsche Bank, die ihre Beteiligung an dem kanadischen Unternehmen dieses Jahr beinahe verzehnfacht hat und nun mit 211.900 Aktien zum fünftgrößten Investor von Almaden aufgestiegen ist.

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