Gipfel der Pazifik-Allianz: Präsidenten sprechen über Zukunft des Bündnisses

peru_pazifik_allianz_gipfel_2019.jpg

Der 14. Gipfel der Pazifik-Allianz fand vom 1. bis 6. Juli in Lima statt
Der 14. Gipfel der Pazifik-Allianz fand vom 1. bis 6. Juli in Lima statt

Lima. Der 14. Gipfel der Pazifik-Allianz ist am Samstag in der peruanischen Hauptstadt Lima zu Ende gegangen. Delegationen aus Mexiko, Peru, Kolumbien und Chile sowie Geschäftsleute aus den vier Mitgliedsstaaten nahmen teil. Das Treffen begann am 1. Juli und endete mit einem Wirtschafts- und Präsidentengipfel am Freitag und Samstag.

Der Wirtschaftsgipfel wurde von Alfonso Bustamante aus Peru, Präsident des Unternehmerrates der Pazifik-Allianz, eröffnet. Am ersten Tag wurden zentrale Fragen der regionalen Integration analysiert, wie "Schlüssel zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit in Lateinamerika" und "Die Zukunft der Finanzdienstleistungen". Darüber hinaus tauschten sich Geschäftsleute aus verschiedenen Bereichen zu den Themen "Bildung, ein großes Engagement für die Entwicklung", "Die Säulen zur Schaffung einer Innovationskultur", "Förderung von nachhaltigem Wachstum und menschlicher Entwicklung" und "Internationaler Handel in der Pazifik-Allianz und der Welt" aus.

Am Freitag trafen sich die Außen-, Handels- und Finanzminister der Mitgliedsländer getrennt mit Vertretern der Beobachterstaaten der Allianz und unterzeichneten Kooperationserklärungen mit Japan, der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit Blick auf den Handel innerhalb der Pazifik-Allianz konstatierte Édgar Vásquez, Perus Minister für Außenhandel und Tourismus, dass dieser noch eine große Herausforderung darstelle: Weniger als fünf Prozent des Handels der Mitgliedsstaaten entfallen derzeit noch auf das Bündnis, da mehr mit USA, Europa und Asien gehandelt werde. Es sei wichtig, die Exporte zwischen den Ländern der Allianz zu erhöhen, um wirtschaftliche und soziale Wirkungen zu erzielen, die direkt den Bevölkerungen der vier Nationen zugutekämen, mahnte der internationale Analyst Óscar Vidarte Arévalo aus Kolumbien.

Beim Präsidentengipfel diskutierten der Staatschef von Chile, Salvador Piñera, von Kolumbien, Iván Duque, von Mexiko, Andrés Manuel López Obrador, und von Peru, Martín Vizcarra, über die Zukunft der Allianz für das kommende Jahrzehnt. Zu Gast waren der Präsident von Ecuador, Lenín Moreno, sowie prominente Geschäftsleute und Gewerkschaftsführer aus der Region.

Abgeschlossen wurde das Treffen der Präsidenten mit der Bekräftigung der "globalen Berufung" der Allianz und der Äußerung des Wunsches nach einer Annäherung an andere internationale Integrations- und Handelsmechanismen. In diesem Sinne hoffe man, die Verhandlungen über die Einbeziehung von Australien, Kanada, Neuseeland und Singapur als Partner bis Ende des Jahres abzuschließen. Im September wolle man das nächste Treffen in Mexiko abhalten, um Fortschritte fortzusetzen und Verhandlungsprozesse bis Ende des Jahres abzuschließen. Auch wurden die Absichten Südkoreas und Ecuardors, Teil des Bündnisses zu werden, von allen Teilnehmern als "sehr wichtig und begrüßenswert" bezeichnet.

Die 2012 gegründete Pazifik-Allianz versteht sich als Mechanismus der regionalen Integration und zielt darauf ab, sich als gemeinsame Wirtschaftsplattform "mit Projektion auf den asiatisch-pazifischen Raum und die Welt zu konsolidieren". Sie vereint nach eigenen Angaben ein Drittel des Bruttoinalandsprodukts Lateinamerikas sowie mehr als 50 Prozent des weltweiten lateinamerikanischen Handels und umfasst einen Markt von über 225 Millionen Menschen. Durch die Befreiung von Zöllen ist für die Wirtschaft ein Raum des freien Warenverkehrs entstanden. Auch die Visumspflicht ist aufgehoben.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr