Chile / Umwelt

Mapuche in Chile wehren sich gegen geplantes Wasserkraftwerk

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"Nein zur Zerstörung der Flüsse": Mapuche wehren sich gegen das geplante Wasserkraftwerk "Pasada Agua Viva"
"Nein zur Zerstörung der Flüsse": Mapuche wehren sich gegen das geplante Wasserkraftwerk "Pasada Agua Viva"

Santiago. Eine neues Energieprojekt bedroht Mapuche-Gemeinden im Süden Chiles. Der Bau des Wasserkraftwerks "Pasada Agua Viva" soll die Regionen Bío Bío und Mallecodas mit Energie versorgen. Dafür soll das Wasser des Flusses Renaico genutzt werden. Obwohl das Projekt, das 31 Megawatt für das zentrale Energiesystem erzeugen soll, bereits 2017 von der zuständigen Umweltbehörde und der Regierung genehmigt wurde, haben Vertreter der indigenen Mapuche nun rechtliche Schritte eingeleitet, um es vorerst zu stoppen. Angesichts der zunehmenden Dürre der letzten Jahre lehnen die Gemeinden den Bau des Kraftwerks ab, da es sich negativ auf die Flussläufe und damit auf ihre Trinkwasserversorgung auswirken würde. Darüber hinaus verweisen sie darauf, dass das Projekt das Recht der Mapuche auf Souveränität über ihr Territorium verletze.

Laut Sprechern der Mapuche wird "Pasada Agua Viva" direkten Einfluss auf eine Gemeinde mit 37 Familien haben, die in unmittelbarer Nähe des geplanten Kraftwerks leben. Diese leiden bereits jetzt unter Wassermangel für sich und ihre Tiere. Sie befürchten, dass sich mit dem Bau des Kraftwerkes die Situation für die Bewohner weiter verschlechtern wird. "Sobald die Dürre kommt, müssen wir das Wasser für die Tiere aus dem Fluss holen. Jetzt wollen sie uns alles wegnehmen. Erst waren es die großen Forstunternehmen, jetzt sind es die Wasserkraftwerke", sagte Luis Luna, Sprecher der betroffenen Gemeinde.

Nach aktuellem Stand ist das Projekt genehmigt und der Bau steht unmittelbar bevor. Doch "Pasada Agua Viva" ist nicht das erste Wasserkraftprojekt, das in den letzten Jahren die indigenen Gemeinden bedroht hat und gestoppt wurde. Bereits im Januar 2018 lehnte die Regionalregierung von La Araucanía das Projekt El Rincón ab, das die Mapuche-Gemeinde Melipeuco in Mitleidenschaft gezogen hätte. Die Gemeinden Mulchen, Collipulli und Renaico haben angekündigt, Beschwerden gegen den chilenischen Staat wegen Eingriffs in ihre Wasserversorgung einzureichen.

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