Kolumbien / Politik

Neun Tote bei Militäreinsatz gegen neue Farc-Guerilla in Kolumbien

efrain_herrera_-_presidencia.jpg

Duque am Mikrofon bei seiner Ansprache
Iván Duque bei seiner "Rede an die Nation" am Nachmittag des 29. August

Bogotá. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung des Videos am Donnerstag, in dem der Vize-Kommandant der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc-EP), Iván Márquez, die Rückkehr zu den Waffen ankündigt, sind nach Regierungsangaben bei einer Operation der kolumbianischen Streitkräfte neun mutmaßliche Guerilleros ums Leben gekommen. Darunter auch alias Gildardo Cucho, der einer der Anführer der neuen Gruppe sei. Die Operation fand im ländlichen San Vicente del Caguán, der ehemaligen Hochburg der Farc-EP im Süden des Landes statt. Verteidigungsminister Guillermo Botero twitterte dazu: "Die Verbrecher sind gewarnt: Sie ergeben sich oder sie werden besiegt."

Am Tag zuvor warnte der Präsident Iván Duque bei einer Ansprache die Guerilleros und setzte eine Belohnung von jeweils knapp 800.000 Euro für Informationen aus, die zur Ergreifung "der Kriminellen in diesem Video" führten. "Kolumbien akzeptiert keine Drohungen, geschweige denn von Drogenhändlern. Wir Kolumbianer müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir es nicht mit der Geburt einer neuen Guerilla zu tun haben, sondern mit den kriminellen Drohungen einer Bande von Narko-Terroristen, die den Schutz und die Unterstützung der Diktatur von Nicolás Maduro haben", so der Präsident.

Die US-Regierung beschuldigte Maduro ebenfalls, die Farc zur Rückkehr zu den Waffen zu ermutigen und Guerrilla-Aktivitäten dadurch zu fördern, dass er den Gruppen erlaube, in Venezuela frei zu agieren.

Im Video sind neben Iván Márquez auch Hernán Darío Velásquez, alias "El Paisa", und der seit Wochen verschwundene Seuxis Paucias Hernández, besser bekannt als "Jesús Santrich", zu sehen. Diese erschienen seit Monaten nicht mehr vor der Sonderjustiz für den Frieden (JEP). Die reagierte nun mit einem Beschluss, in dem sie das Aussetzen eines Haftbefehls und die Freiheit unter Vorbehalt gegen Márquez, Henry Castellanos, José Vicente Lesmes und José Manuel Sierra Sabogal widerruft. Auch gegen Santrich und "El Paisa" wurden Haftbefehle verfügt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr