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Mexikos Wirtschaft soll bis 2020 stetig wachsen

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Mexikos Finanzminister Arturo Herrera stellte den Wirtschaftsplan bei einer Pressekonferenz des Präsidenten vor (Screenshot)
Mexikos Finanzminister Arturo Herrera stellte den Wirtschaftsplan bei einer Pressekonferenz des Präsidenten vor (Screenshot)

Mexiko-Stadt. Das mexikanische Ministerium für Finanzen und öffentliche Mittel (SHCP) hat der Wirtschaft des Landes bis zum Jahr 2020 ein Wachstum von 2,5 Prozent prognostiziert. Vergangene Woche stellte das SHCP seinen Wirtschaftsplan dem Kongress vor. Er sieht für dieses Jahr eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukt von bis zu 1,2 Prozent vor. Für 2020 wird dann ein erneuter Anstieg um bis zu 2,5 Prozent erwartet. Zum Jahresende des nächsten Jahres wird zudem eine Inflation von drei Prozent vorausgesagt. Für den Devisenkurs wird mit 20 Pesos für einen US-Dollar gerechnet. In Bezug auf das verfügbare Einkommen hielt der amtierende Präsident, Andrés Manuel López Obrador, bisher an seinem Versprechen fest, keine weiteren Steuern festzulegen und auch die bestehenden Steuerbelastungen im Geschäftsjahr 2020 nicht zu erhöhen.

Im August lag die Inflationsrate in Mexiko bei 3,16 Prozent. Damit war sie so niedrig wie seit Oktober 2016 nicht mehr. Als Grund nannte das Nationale Institut für Statistiken und Geografie (INEGI) unter anderem die niedrigen Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte wie Hähnchenfleisch, Zwiebel oder Avocado.

Das kürzlich präsentierte Wirtschaftsprogramm für 2020 entspricht den Markterwartungen angesichts der herrschenden Unsicherheit im internationalen Wirtschaftsumfeld. Die Regierung um López Obrador geht davon aus, dass der interne Markt gestärkt wird, Arbeitsplätze geschaffen werden können und Investitionen in Infrastruktur für größere Dynamiken auf nationaler Ebene sorgen werden.

Auch internationale Einigungen wie das neue Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada (United States-Mexico-Canada Agreement, USMCA) als Nachfolger von Nafta sollen Impulse für einen Anstieg der Wirtschaftskraft bieten. Kürzlich wurde bekannt, dass sich auch Brasilien in Gesprächen mit Mexikos Regierung über ein Freihandelsabkommen befindet. Damit würden die beiden größten Wirtschaftskräfte Lateinamerikas ein Abkommen schließen, dass sich zunächst auf landwirtschaftliche Produkte konzentrieren soll.

Im Juli hatte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) besorgt um die Wirtschaftskraft vieler lateinamerikanischer Länder gezeigt ‒ unter ihnen auch Mexiko und Brasilien ‒ und die eigene Wachstumsprognose nach unten korrigiert. López Obrador kritisierte die Annahmen des IWF vehement.

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