Ecuador beendet die medizinische Zusammenarbeit mit Kuba

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Bei Ecuadors Regierung nicht mehr erwünscht: Medizinisches Personal aus Kuba
Bei Ecuadors Regierung nicht mehr erwünscht: Medizinisches Personal aus Kuba

Quito/Havanna. Die ecuadorianische Regierung hat am Dienstag verkündet, das bilaterale Kooperationsabkommen im Gesundheitsbereich zwischen dem südamerikanischen Land und Kuba zu beenden. Mit ihm wurden kubanische Ärzte in dem medizinisch unterversorgten Land eingesetzt. Ecuadors Innenministerin Maria Paula Romo sagte: "Es wird keine Verlängerung von Abkommen oder neue Abkommen zwischen den Gesundheitsministerien Ecuadors und Kubas geben." Sie führte weiter aus, dass die kubanischen Ärzte durch einheimische Spezialisten ersetzt werden sollen und diese sich nun bewerben müssten, um die fast 400 freien Plätze zu besetzen.

Die kubanische medizinische Mission in Ecuador war nach einem Besuch des ehemaligen Präsidenten Rafael Correa im Jahr 2013 mit der Regierung in Havanna vereinbart worden. Bereits seit 2006 waren kubanische Spezialisten für Augenheilkunde mit "Misión Milagro" in Ecuador tätig, um Menschen mit Augenkrankheiten zu operieren. Und kubanische Gesundheitsfachleute arbeiteten zudem im Manuela Espejo-Programm mit, das seit Mitte 2009 für die Zählung und Diagnose von Menschen mit Behinderungen in ganz Ecuador durchgeführt worden war. Zugleich haben ecuadorianische Studierende im Lauf der letzten Jahre an kubanischen Universitäten ihren Abschluss gemacht, vor allem in medizinischen Fachdisziplinen. Mit all diesen bilateralen Programmen und Maßnahmen wurden Millionen von Ecuadorianern geheilt, sodass die kubanischen Fachleute für die hohe Qualität ihrer medizinischen Dienstleistungen sowie ihrer Zugewandtheit und Menschlichkeit gelobt worden sind.

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Das Abkommen zwischen Ecuador und Kuba war Teil der internationalistischen medizinischen Missionen Kubas, die einen Eckpfeiler der internationalen Kooperationsprogramme des sozialistischen Inselstaates für die Welt darstellen. Mit der einseitigen Aufkündigung der medizinischen Dienstleistungen folgt Ecuador der Regierung von El Salvador, welche die medizinischen Programme mit Kuba ebenfalls eingestellt hat. In ähnlich einseitiger, wenngleich feindseligerer Weise, hatte die Regierung des ultrarechten Präsidenten von Brasilien, Jair Bolsonaro, Anfang des Jahres einen Abzug kubanischer Ärzte aus Brasilien betrieben. Diese offensichtlich ideologisch motivierte Maßnahme hatte und hat noch immer schwerwiegende Folgen für die am stärksten gefährdete und medizinisch unterversorgte Bevölkerung Brasiliens, das immer noch bemüht ist, das von den Ärzten Kubas hinterlassene Versorgungsvakuum zu füllen.

Mit derartigen unilateralen Beendigungen von Verträgen verliert Kuba auch eine wichtige Einnahmequelle für dringend benötigte Devisen.

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