Venezuela / Politik

Venezuela schlägt bewaffneten Angriff an der Grenze zu Brasilien zurück

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Die Überfälle ereigneten sich im Verwaltungsbezirk Gran Sabana des Bundesstaates Bolívar im Grenzgebiet zu Brasilien und Guyana
Die Überfälle ereigneten sich im Verwaltungsbezirk Gran Sabana des Bundesstaates Bolívar im Grenzgebiet zu Brasilien und Guyana

Caracas. Regierungstellen in Venezuela haben über einen Angriff von bewaffneten Personen auf zwei Stützpunkte der Streitkräfte und eine Polizeistation im Südosten des Landes im Grenzgebiet zu Brasilien und Guyana informiert. Die Aktion soll der Erbeutung von Waffen gegolten haben. Armee und Polizei hätten gegen die "Terroristen" schnell reagiert, die entwendeten Waffen wiedererlangt und sechs Personen festgenommen. Ein Soldat ist nach Informationen des Verteidigungsministeriums bei den Vorfällen ums Leben gekommen.

Der Opposition nahestehende Medien berichteten, durch "rebellierende Militärs und Indigene" seien 112 Ak103-Gewehre und Munition erbeutet worden. Die in Miami, USA, herausgegebene Zeitung El Nuevo Herald schrieb von der "Einnahme" einer Militäreinrichtung und der Erbeutung einer "großen Menge von Kriegswaffen".

Die venezolanische Regierung rechnete die Aktion im Verwaltungsbezirk Gran Sabana des Bundesstaates Bolívar unmittelbar nach den Ereignissen "extremistischen Kreisen der Opposition" zu. Mehreren Quellen zufolge soll ein im Februar nach Kolumbien desertiertes Mitglied der Streitkräfte den Überfall angeführt haben. Dieser gehört auch zu den nach der Aktion festgenommenen Personen.

Der Außenminister von Venezuela, Jorge Arreaza, hat inzwischen Brasilien, Kolumbien und Peru einer Mitverantwortung für die Gewalt beschuldigt. Die Angreifer seien aus Peru über Kolumbien eingereist und hätten auch in Brasilien Unterstützung erhalten. "Wir klagen an, dass die Gruppe von Söldnern, die heute die Militäreinheit in Gran Sabana angegriffen hat, von ihrer Operationsbasis in Peru kam", postete der venezolanische Außenminister über Twitter.

Venezuelanalysis, das Partnerportal von amerika21 in Venezuela, berichtete indes über Hintergründe der betroffenen Grenzregion. Dort finde seit langem illegaler Goldabbau und grenzüberschreitender Schmuggel statt, die Präsenz des Staates sei gering. In den letzten Jahren hätten wegen staatlicher Bergbauprojekte Spannungen zwischen der Zentralregierung und indigenen Gemeinden in der Region zugenommen. Laut lokalen Quellen sollen unter den Beteiligten des Angriffs gegen die Militäreinrichtungen Indigene gewesen seien.

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