Bolivien / Politik

Bolivien: MAS nominiert Arce und Choquehuanca für Präsidentschaftswahl

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Gehen in Bolivien für die MAS ins Rennen: Arce und Choquehuanca
Gehen in Bolivien für die MAS ins Rennen: Arce und Choquehuanca

Buenos Aires. Die bolivianische Partei Bewegung zum Sozialismus (Movimiento al Socialismo, MAS) des gestürzten Präsidenten Evo Morales hat nach zwei Tagen intensiver Diskussionen im Hotel Bauen in Buenos Aires ihre Präsidentschaftskandidaten für die Wahl am 3. Mai festgelegt. Luis Arce kandidiert demnach für das Präsidentenamt. Arce war von 2006 bis 2009 Finanzminister und mit kurzer Unterbrechung von 2009 bis 2019 Wirtschaftsminister im Kabinett Morales. David Choquehuanca bewirbt sich für das Vizepräsidentenamt. Er war von 2006 bis 2017 Außenminister in der Morales-Regierung.

Morales versichert, dass Arce die "nationale Wirtschaft absichern wird". Damit bezog er sich auf die hohen Wachstumsraten – 4,9 Prozent – der letzten Jahre in Bolivien sowie die Armutsreduktion. Nach offiziellen Zahlen sank die Armut von 38,2 Prozent in 2005 auf 17,1 Prozent in 2018. In dieser Zeit wurden Schlüsselunternehmen und Bodenschätze wie das Erdgas-Vorkommen verstaatlicht. Morales schrieb über Twitter, die beiden Kandidaten stünden zudem für "wissenschaftliche Kenntnisse und die tausendjährige Erfahrung der indigenen Völker" sowie "die Einheit zwischen Land und Stadt, dem Körper und der Seele".

Der Präsident im Exil hatte sich gemeinsam mit dem zuletzt amtierenden Außenminister Diego Pary für Arce stark gemacht, während Choquehuanca und der junge Gewerkschaftsvertreter der Kocabauern, Andrónico Rodríguez, den Kürzeren gezogen haben. Letzterer konnte nicht zum Treffen nach Argentinien reisen, nachdem die De-facto-Regierung drohte, ihn an der Grenze festnehmen zu lassen. In einem Brief an Morales betonte er die Notwendigkeit der politischen Einheit, "um bedeutende Siege zu erringen".

Im Vorfeld der Nominierung hatten Arce, Choquehuanca und Pary am Freitagabend eine "Vereinbarung für die Einheit und die Stärkung" der MAS unterschrieben. Sie wollte so Gerüchten entgegenwirken, dass interne Streitigkeiten zu einem Bruch des linken Lagers führen könnten.

Unterdessen wurde in Bolivien am Samstag der Registrierungsprozess für die Wahlen für Neuwähler und Ummeldungen für den Zeitraum von einer Woche eröffnet.

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